Anzeige
Anzeige

Unternehmer wollen keinen Kuchen backen

„Frau Meyer macht wieder Plattekuchen.“ Mit diesem Satz lässt sich sehr schön das klassische Verständnis ehrenamtlichen Engagements in Deutschland zusammenfassen. Freiwillige in Vereinen, Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden verrichten einfache Tätigkeiten und haben dabei oft weniger Entscheidungsspielräume als in ihren Berufen. Neulingen wird schnell angeboten, sich doch Arbeitskreisen, Ausschüssen und Projekten anzuschließen. Und wer zwei- oder dreimal zur Verfügung stand, von dem wird erwartet, dass er immer wieder kommt.

Doch nicht jeder, der in seiner Freizeit Gutes tun möchte, fühlt sich noch mit diesen Arbeits- und Umgangsweisen wohl. Einige ziehen es vor, sich kurzfristig und unverbindlich zu engagieren. Auch wollen viele Fach- und Fachführungskräfte gerne anspruchsvollere Aufgaben übernehmen, die ihre beruflichen Kompetenzen fordern. Schließlich dürfte es manchen Unternehmern nicht gefallen, sich beispielsweise einer pensionierten Grundschullehrerin unterzuordnen, die als Projektverantwortliche erstmals volljährige Menschen anleitet. Schön, dass es inzwischen auch ehrenamtliche Tätigkeiten gibt, die autarkes Arbeiten und weite Gestaltungsspielräume bieten. Wollte man auch solch ein Verständnis des Ehrenamtes auf einen Satz bringen, so wäre dies „Hey Dude, ich glaub’, ihr könnt ein bisschen externe Kompetenz gebrauchen!“. Mehr dazu ab S. 32.


Reichlich externe Kompetenz hat auch Christian Vater hinzugezogen. Der Gründer der Stiftung „Deutschland rundet auf“ ließ sich von zahlreichen Experten beraten, bevor er mit seiner Initiative startete. Ab März können wir nun in Tausenden Lebensmitteldiscountern, Drogerien, Schuhgeschäften und Baumärkten Minibeträge direkt an der Kasse spenden. Wie dies funktioniert, erfahren Sie auf S. 26/27.

Dass ein funktionierendes Stiftungsportfolio auch einen Immobilienanteil benötigt, ist mittlerweile Konsens unter Vermögensverwaltern. Welche Anlageinstrumente es sein sollen, ist dagegen eine hoch umstrittene Frage. Neben dem alten Meinungskampf zwischen Befürwortern offener und geschlossener Fonds wird auch diskutiert, ob sich REITs, Erbbau-Investments oder sogar partialische Darlehen für Stiftungen eignen. Unser großes Immobilienspecial informiert Sie hierzu ausführlich (ab S. 58).

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

Ihr


Gregor Jungheim

Redaktionsleiter