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03.12.10 Quelle: Michael Thiess Management Consultants

Neue Besen kehren gut, aber die alten kennen die Ecken

Eindrücke von den 24. Benediktbeurer Management-Gesprächen

„Jungspund versus Altes Eisen – Was können Jung und Alt in Organisationen voneinander lernen?“ – diesem Thema, das angesichts des demografischen Wandels besonders aktuell ist, widmeten sich die 24. Benediktbeurer Management-Gespräche. Mehr als 80 Vorstände und Geschäftsführer von Wirtschaftsunternehmen und sozialen Organisationen trafen sich diesbezüglich zum Erfahrungsaustausch am 12. November 2010 im Kloster Benediktbeuern.



Das Miteinander von Jung und Alt wird in der Berufswelt zukünftig an Bedeutung gewinnen, auch wenn hier gelegentlich Welten aufeinander treffen: ältere Mitarbeiter befürchten, zum „alten Eisen“ abgeschoben zu werden, wohingegen jüngere Mitarbeiter das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden. „Wir müssen die Differenzen, die sich aufgrund von Altersunterschieden ergeben, als Chance verstehen und die verschiedenen Stärken und Fähigkeiten der jeweiligen Generationen nutzen“, erklärte Egon Endres, Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München. „Das Wissen, die Erfahrung und die Kontakte Älterer sind wichtige Erfolgsfaktoren in Organisationen – ebenso wie das aktuelle Know-how oder unkonventionelle Ideen junger Mitarbeiter“, bestätigte Michael Thiess, Managing Partner der Unternehmensberatung Michael Thiess Management Consultants.



Friedrich Schubring-Giese, Vorstandsvorsitzender der Versicherungskammer Bayern, wies darauf hin, dass eine strategische Personalplanung für Unternehmen immer wichtiger werde. Um als Arbeitgeber für junge Menschen attraktiv zu sein, sollten Organisationen vor allem auf Familienfreundlichkeit setzen. Den Erfahrungsschatz älterer Mitarbeiter dürfe man aber nicht unterschätzen.



Eberhard von Rundstedt berichtete am Beispiel seines Familienunternehmens von den Erfolgsfaktoren für das Miteinander von Jung und Alt. Zuerst müsse man lernen, Aufgaben an die Jüngeren abzugeben, um sich so selbst Freiraum zu schaffen, sagte der Chef der Personalmanagement-Beratung v. Rundstedt & Partner in Düsseldorf,. Wichtig sei dabei, Vertrauen in sie zu setzen, ihren Vorschlägen und Vorstellungen zuzuhören und ihnen Rückendeckung zu geben, wenn sie Neues ausprobieren. Das Miteinander sei dabei das Gebot der Stunde. Zudem sollten die Älteren die eigenen Erfahrungen weitergeben und zeigen, wie man mit Schwierigkeiten und Erfolgen umgeht. So könne man verhindern, dass sich gleiche Fehler wiederholten. Besondere Erfolgsfaktoren sind laut von Rundstedt die Freude an der gemeinsamen Arbeit sowie eine gelebte „Wir“-Kultur.



Besondere Diskussionen ergaben sich aus dem Vortrag von Dr. Harald Mosler, Senior-Partner von  Mosler + Partner Rechtsanwälte, und zugleich Vorstand der Josef und Luise Kraft-Stiftung sowie stellvertretender Vorsitzender von brotZeit e.V. Mosler stellte den Verein brotZeit e.V. und das gemeinsame Projekt „Starke Senioren helfen Kindern“ mit der Josef und Luise-Kraft-Stiftung vor: Etwa 3.000 bis 5.000 Münchner Grundschüler erhalten zu Hause kein Frühstück und leiden während des Schulunterrichts an akutem Hunger. Durch die gemeinsame Initiative können mittlerweile zirka 20 Münchner Grundschulen Kinder mit Frühstück versorgen. Man habe einige Senioren dafür gewinnen können, gegen eine Aufwandsentschädigung das Frühstück täglich vor Schulbeginn vorzubereiten und an die Schüler auszugeben, beschrieb Mosler das Projekt. Durch das Engagement der Senioren erfahren viele Kinder eine Zuwendung, die sie von ihrem eigenen Zuhause und ihrer Familie nicht kennen. Die Arbeit bereichere aber auch das Leben, der älteren Menschen, die trotz Leistungsfähigkeit mit dem Erreichen des Rentenalters in ein tiefes Loch fielen. Das Projekt zeige, dass sich Alter und Dynamik nicht ausschließen.



Die nächsten Benediktbeurer Management-Gespräche finden am 25. März 2011 statt. Das Thema der Veranstaltung lautet dann: „Public Relations Superstar – Segen oder Fluch der Öffentlichkeitsarbeit?“



Seit dem Jahr 2000 werden die Benediktbeurer Management-Gespräche gemeinsam von Prof. Dr. Egon Endres und Michael Thiess veranstaltet. Sie zielen auf den gedanklichen Austausch und das „Networking“ von Entscheidungsträgern aus Wirtschaftsunternehmen und sozialen Organisationen. Bei den Gesprächen, werden durch Vorträge zu den jeweiligen Themen Impulse gegeben, die schließlich im Plenum sowie in Kleingruppen diskutiert werden. Zu der Veranstaltung wird persönlich eingeladen.




www.management-gespraeche.de


Termine

22. Mai 2012, Frankfurt, im Rahmen der GLOBAL BUSINESS WEEK, 21.-25. Mai 2012

5. Sustainability Forum Frankfurt


15. Juni 2012, Zürich, Universität Zürich

2. Zürcher Stiftungsrechtstag


28. Juni 2012, Düsseldorf

Stiftungsfrühstück (Düsseldorf)


11. September 2012, Duisburg (nachmittags)

Stiftungsgespräch (Duisburg)


12. September 2012, Köln

Stiftungsfrühstück (Köln)


13. September 2012, Hamburg (nachmittags)

Stiftungsgespräch (Hamburg)


Weitere Termine

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