Neue Trends und alte Herausforderungen
Eindrücke vom 4. Fundraisingtag in München
Die Finanzierung gemeinnütziger Projekte und Organisationen steht zunehmend auf wackeligen Beinen. Staatliche Stellen als Förderer ziehen sich zurück, die Spendenbereitschaft stagniert und der Wettbewerb um die Spender wird immer härter. Doch Fundraising-Methoden im Online-Bereich und bei der mobilen Kommunikation bieten neue Chancen. Und auch „herkömmliche“ Fundraising-Instrumente können weiter professionalisiert und optimiert werden, um erfolgreich Spenden einzusammeln.
Um über diese aktuellen Branchenentwicklungen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen, fanden sich im Januar auf Einladung des Fundraiser Magazins im Forum der Hypo-Vereinsbank in München zahlreiche Non-Profit-Experten ein. Die Teilnehmer konnten verschiedenen Vorträgen lauschen oder an einem der vielen Seminare teilnehmen, um ihr Fundraisingwissen zu vertiefen und Themen zu diskutieren. Der Tag war gegliedert in zwei Vortragsprogramme und insgesamt 8 parallel dazu stattfindende Seminare. Die Themen reichten dabei von Face-to-Face und Telefonfundraising über Nachlassmarketing, Spendenbrief und Spenderdatenbankverwaltung bis hin zu Online-Fundraising z.B. über Social Media Plattformen.
Den Auftakt machte Gertrud Bohrer von der Gesellschaft für Konsumforschung, die in ihrem Vortrag einen Überblick über die Spenden-Situation in Bayern im Vergleich zu Gesamtdeutschland gab. „Fundraising ist Beziehungsmanagement“, war eine ihrer Kernthesen, die auch Jan Uekermann vom Verein „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ in Karlsruhe aufgriff. In seinem Vortrag gab er einen Einblick in die Arbeit eines aktiven Fundraisers und beschrieb anschaulich die Probleme und Hürden, aber auch die positiven Aspekte seiner alltäglichen Arbeit. „Im Bereich von Spenden bedeutet junge Zielgruppe alles unter 70 Jahren“, mit dieser Einschätzung stand Gertrud Bohrer nicht allein. Gerade um die mittlere und jüngere Generation richtig anzusprechen und zum Spenden zu motivieren sei es unumgänglich die modernen Kommunikationsmedien Internet und Mobiltelefon einzusetzen. So seien z.B. SMS-Fundraisingaktionen so erfolgreich, weil sie Verständnis für die Lebenswelt der Spender zeigten und sie genau dort anspreche, so Florian Nöll vom Fundraisingdienstleiter spendino GmbH in Berlin. Dass Gleiches auch für das Internet gilt, zeigten Nicolas Reis, CEO vom Online-Fundraisingexperten Altruja und die Kommunikationsberaterin Sofie Langmeier anhand der Möglichkeiten von Social Media Plattformen auf. Wie ein Online-Fundraising-Tool konkret ausgestaltet sein kann, beschrieb Saskia Himperich von der Bank für Sozialwirtschaft. Weitere Vorträge widmeten sich der Einführung des europaweit einheitlichen Zahlungssystems SEPA, Entwicklungen und Trends im deutschen Stiftungswesen sowie der neuen Fundraising-Methode „Crowdsponsoring“.
Zwischen den Veranstaltungen bestand im Innenhof des Forums die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen. Hier konnte man sich auch an den Informationsständen der Partner des Fundraisingtages über deren Produkt- und Dienstleistungsangebot informieren. Insgesamt bot der 4. Fundraisingtag in München den Teilnehmern ein interessantes, abwechslungsreiches und umfassendes Informationsprogramm sowie zahlreiche Gelegenheiten sich untereinander zu vernetzen.
Von Johannes Herbert
Termine
22. Mai 2012, Frankfurt, im Rahmen der GLOBAL BUSINESS WEEK, 21.-25. Mai 2012
5. Sustainability Forum Frankfurt
15. Juni 2012, Zürich, Universität Zürich
2. Zürcher Stiftungsrechtstag
28. Juni 2012, Düsseldorf
Stiftungsfrühstück (Düsseldorf)
11. September 2012, Duisburg (nachmittags)
Stiftungsgespräch (Duisburg)
12. September 2012, Köln
Stiftungsfrühstück (Köln)
13. September 2012, Hamburg (nachmittags)
Stiftungsgespräch (Hamburg)
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