02.05.2014 | Von Die Stiftung

Ein Fonds für alle Fälle

Für den zweiten Gesprächskreis Stiftungsfonds waren wir mit rund 30 Gästen zum ersten Mal im Haus deutscher Stiftungen in Berlin. Am Dienstag, den 29. April standen wieder vier Fondsmanager von Stiftungsfonds dem motivierten Publikum Rede und Antwort.

Für den zweiten Gesprächskreis Stiftungsfonds waren wir mit rund 30 Gästen zum ersten Mal im Haus deutscher Stiftungen in Berlin. Am Dienstag, den 29. April standen wieder vier Fondsmanager von Stiftungsfonds dem motivierten Publikum Rede und Antwort.
Von Tobias Karow

 

Oft laufen Veranstaltung so ab, dass Vortrag auf Vortrag folgt und die Gäste mit ihren Fragen zwischendrin einbezogen werden. Beim Gesprächskreis Stiftungsfonds hingegen ist alles von vorneherein auf Austausch angelegt – auf zwei kurze Impulsreferate folgt eine Diskussionsrunde mit vier Managern von Stiftungsfonds. Das Format wurde deshalb so entwickelt, weil viele Stiftungen Antworten auf das Niedrigzinsumfeld suchen und die Gruppe der Stiftungsfonds hier behilflich sein kann. Zunächst aber versuchte Stefanie Kirwald von der ANF Agentur für Nachlassfundraising GmbH den anwesenden Stiftungen eine Idee davon zu geben, wie Mittelbeschaffung heute alternativ funktionieren kann. Die Kernaussage war dabei, dass Fundraising vor allem Beziehungsarbeit sei, Stiftungen müssten dabei aktiv um Unterstützung bitten. Dies mag für viele ein neues Metier sein, der Umgang mit der Bitte um eine Spende ungewohnt, aber Kirwald betonte, dass ohne solche Maßnahmen auch kein Geld hinzukommen kann. Stiftungen sind ihrer Erfahrung nach sehr neugierig auf das Thema, nicht zuletzt weil allein bis 2020 über 2 Billionen Euro allein in Deutschland vererbt werden. Wollen Stiftungen sich hier morgen ein Stück vom Kuchen abschneiden, müsste sie heute Einiges investieren. Zum Beispiel eine Spenderdatei aufbauen, eine Mechanik zum „Danke sagen“ entwickeln, die Briefe oder E-Mails nicht nur an Weihnachten oder Ostern versendet. Außerdem könnten Stiftungen sich regional engagieren und über das, was sie in der Region oder Stadt tun, erzählen – in lokalen Medien, über einen Blog auf der eigenen Website oder auch via Facebook. Kirwald brachte es am Ende so auf den Punkt: Fundraising ist ein bisschen so wie die Vermögensanlage, man muss sich damit auseinandersetzen, erst echt in Zeiten niedrigster Erträge, auch wenn man als Stiftung lieber andere Aufgaben vorziehen würde.

Fonds sind stiftungsgeeignet, wenn …
Womit der Übergang für die Ausführungen von Klaus-Dieter Erdmann vorbereitet war. Erdmann, Geschäftsführer der MMD Multi Manager GmbH und  Kenner der Fondslandschaft in Deutschland, erörterte zunächst kurz die Besonderheiten von Fonds, arbeitete vor allem deren Alleinstellungsmerkmal des Sondervermögens heraus, um dann schnell zu erklären, was einen Fonds zum Stiftungsfonds macht: Einmal ist dies eine Wertentwicklung, die stetig und ohne allzu große Schwankungen erfolgt, die Fähigkeit, Verluste rasch aufzuholen und natürlich eine stetige und damit berechenbare Ausschüttung. Für Erdmann sind Stiftungsfonds zudem für die weite Mehrheit der Stiftungen eine probate Anlagelösung, weil diese ganz transparent und buchhalterisch einfach von einer Stiftung implementiert werden können. Und wenn ein Fonds nicht das liefert, was die Stiftung erwartet hat, dann kann sie den Fonds verkaufen und sich einen anderen suchen. Das ist in solch einem Fall einfach, als Stiftung selektiert man vier oder fünf Fondsmanager, und hat darauf den Kopf frei für die eigentliche Projekt- bzw. Zweckarbeit. Vermögensverwaltendes Know-How in die Stiftung zu holen sei eine charmante Möglichkeit, sich zu professionalisieren. Denn Fonds und ihre Verwalter sind professionell und nahezu durchsichtig in ihrem Handeln, und damit ein perfektes Instrument für Stiftungen – erst recht für die kleinen und mittelgroßen.

 

Viele Fragen auf Seiten des Publikums
Darauf aufbauend entwickelte sich dann eine Diskussion mit folgenden vier Fondsmanagern: Carolina von Groddeck vom SEB Konzept Stiftungsfonds, Chris Childs vom F&C HVB Stiftungsfonds, Achim Lange vom Hamburger Stiftungsfonds und Dennis Bützer vom Sarasin Fairinvest Universal. Alle vier stellten ihren Fonds mit kurzen, griffigen Sätzen vor und verdeutlichten das Leistungspaket des jeweiligen Produkts. In den anschließenden Fragen kam Vieles zur Sprache. Eine Stiftung wollte wissen, wie denn die Quellensteuerproblematik in Stiftungsfonds gehandhabt wird. Hier führten die Fondsmanager aus, dass in Europa die Quellensteuer in einem teilweise umständlichen Verfahren an die Anteilseigner deutscher Fonds zurückflösse, während dies für die USA für nicht durchweg gelte. Die Abwicklung erfolgt aber über die Fondserwaltung, der Anleger wird damit nicht behelligt. Eine andere Frage zielte auf die Fremdwährungsengagements der Stiftungsfonds ab, worauf vor allem Achim Lange darauf hinwies, dass der Hamburger Stiftungsfonds vor allem in Europa investiere. Wenn jedoch einmal andere Währungen hinzugezogen würden, würde das Währungsrisiko komplett abgesichert.

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