28.05.2014 | Von Die Stiftung

Einblick in den Fonds, Ausblick auf die Märkte

Bei Stiftungsfonds muss nicht immer Stiftung daraufstehen. Das wurde wieder auf dem dritten Gesprächskreis Stiftungsfonds in München am 6. Mai deutlich. Ein weiteres Mal diskutierten 4 Fondsmanager mit rund 30 anwesenden Stiftungen, was einen Fonds zum Stiftungsfonds macht und was eine Stiftung von einem Stiftungsfonds erwarten kann.

Bei Stiftungsfonds muss nicht immer Stiftung daraufstehen. Das wurde wieder auf dem dritten Gesprächskreis Stiftungsfonds in München am 6. Mai deutlich. Ein weiteres Mal diskutierten 4 Fondsmanager mit rund 30 anwesenden Stiftungen, was einen Fonds zum Stiftungsfonds macht und was eine Stiftung von einem Stiftungsfonds erwarten kann.
Von Tobias Karow

 

Die anwesenden Stiftungen bot sich in unserer dritten Ausgabe der Gesprächskreise Stiftungsfonds die Möglichkeit, sich einen Eindruck zu verschaffen, wie unterschiedlich die jeweiligen Ansätze von stiftungsgeeigneten Fonds sein können. Beispielsweise der StarCapital Winbonds Plus, der von Holger Gachot vorgestellt wurde; dem Namen nach ist er kein Stiftungsfonds, aber von seinem Wesen her stiftungsgeeignet. Der Fonds investiert in Aktien und Anleihen, also ein klassisch gemischtes Portfolio. Dazu nutzt er die Freiheitsgrade eines unabhängigen Vermögensverwalters und lässt die Quoten von Aktien und Anleihen kräftig atmen: Gachot brachte einen Chart zur Asset Allocation im Verlauf mit, und diese zeigte deutlich, dass die einzelnen Anlageklassen je nach Einschätzung und Marktumfeld nach oben oder unten tendieren. Dabei ist StarCapital dafür bekannt, im Aktienbereich unter anderem auf Value-Titel oder Wachstumsaktien zu vernünftigen Preisen zu setzen. Hiervon findet das Team um Holger Gachot nach wie vor jede Menge, das konnte er auf Nachfrage bestätigen. Aktien sind ebenfalls sehr interessant für ihn, das Erfolgsgeheimnis des Fonds sieht er jedoch vor allem im aktiven Handeln.

Reiner Rentenfonds, nur für Stiftungen
Aktives Handeln ist auch die Devise im DJE Stiftungsfonds Renten, der von Dr. Ulrich Kaffarnik betreut wird. Kaffarnik, bekannt für seine prägnanten Thesen zum Kapitalmarkt, konnte die Zinswende trotzdem nicht genau eingrenzen und vermutet, dass diese nicht vor 2015 an den Märkten geschehen wird. Kaffarnik war es zudem wichtig zu betonen, dass der DJE Stiftungsfonds Renten ein reiner Rentenfonds ist. Das bedeutet, der Fonds investiert nur in festverzinsliche Papiere, begrenzt hier aber beispielsweise den Anteil von Unternehmensanleihen auf maximal 40%. Auf Nachfrage führte der Fondslenker zudem aus, dass der Fonds einzig für Stiftungen konzipiert sei und die Verwaltungsgesellschaft sich das Recht vorbehält, Käufe abzulehnen. Im Publikum erntete diese Aussage große Zustimmung, denn eine homogene Investorenschaft sei durchaus ein Kriterium für eine Stiftung.

 

 

 

 

 

 

Immobilien gehören ins Stiftungsdepot
Das bestätigte auch Detlef Schumacher, der beim Gesprächskreis Stiftungsfonds den Semper RealEstate vorstellte. Bei diesem Fonds handelt es sich um einen Immobilienfonds, der in ausgesuchten sogenannten B-Städten Immobilien kauft und dadurch ein Renditeniveau von 4 bis 5% pro Jahr realisieren kann. Für Schumacher hat die Anlageklasse der Immobilienfonds in den vergangenen Jahren zu sehr gelitten, die Branche wurde regelrecht in Sippenhaft genommen, weshalb es ihm ein Anliegen war, dies zurecht zu rücken. Denn Immobilienfonds seien heute als Vehikel für Stiftungen besonders geeignet, gerade weil sie einen Diversifikationsbeitrag liefern. Zudem dürfen „normale“ Fonds nicht mehr in Immobilienfonds investieren, weshalb Stiftungen selbst zu Immobilienfonds greifen müssen, wollen sie in dieses Segment hinein diversifizieren.

Schlüssel liegt in der Diversifikation
Diversifikation war auch der Aufhänger von Chris Childs, dem Fondsmanager des F&C HVB Stiftungsfonds. Dem extra aus London angereisten Fondsmanager war es ein Anliegen zu zeigen, dass eine Aufteilung auf Aktien und Renten erst recht in der heutigen Zeit die richtige Anlagestrategie für Stiftungen sei. Vielleicht seien Aktien risikoreicher, aber Anleihen beinhalten heute auch Unwägbarkeiten, die kaum zu greifen seien. Childs ist sich sicher, dass die Aktienmärkte nur dann weiter steigen, wenn die Volkswirtschaften wachsen, und für diesen Punkt ist er derzeit nur vorsichtig gestimmt. Gleichwohl sieht er auch keine Rezession, sondern ein normales wirtschaftliches Umfeld, bei allerdings rekordniedrigen Zinsen, was die Sache für den Anleiheinvestor erheblich erschwere. Childs managt den Fonds seit dessen Initiation im Juli 2001 und weiß also, wovon er spricht.

Artikel teilen