28.05.2015 | Von Die Stiftung

Keynote mit Kind

Was für ein Auftritt: Zu seiner Keynote brachte Prof. Van Bo Le-Mentzel auch seinen 18 Monate alten Sohn Henri mit. Mutig betrat er am Mittwochmorgen die Bühne und ohne Rücksicht darauf, wie viel Verwunderung er damit auslösen würde, trug der Referent sein Kind in der Karre einfach mit hinauf. „Psst…er schläft“, lauteten die ersten Worte seines Vortrags. Die Sympathie der jungen und werdenden Eltern im Saal war ihm gewiss.

Doch Le-Mentzel ging es um mehr als Kindererziehung. „Wenn Sie von A nach B wollen, schauen Sie, welche Türen sich rechts und links auf dem Weg öffnen“, ermutigte er die Zuhörer. „Mein Geschäftspartner hat so seine Frau kennen gelernt.“ Ebenso überraschte der Referent mit der These, dass das Potenzial von Crowdfunding längst nicht ausgeschöpft sei. „Stellt euch vor, es wird normal, 100 bis 200 Menschen mit kleinen Beiträgen zu unterstützen, so wie wir Trinkgeld geben.“ Le-Mentzel arbeitet tatsächlich an einem derartigen Projekt, dem er den Namen „Hartz V“ gegeben hat.

Nicht das einzige ungewöhnliche Vorhaben, das an diesem Tag auf die Besucher wartete. Schon um 12 Uhr fand sich eine Menschentraube vor dem Hotel ein, um ein soziales Experiment zu wagen. Der Künstler Ralf Kopp hatte mit 1-Cent-Münzen im Wert von 500 EUR das Wort „Verantwortung“ auf den Asphalt gelegt. Ein Experiment, das er bereits zuvor in anderen Städten mit anderen Begriffen (z.B. Vertrauen) unternommen hatte. Gespannt warteten alle, was nun mit dem Geld passieren würde.

Die Überwachungskamera lief. Würden Menschen die Münzen mitnehmen? Welche dazulegen? Verzerrte Buchstaben geraderücken? Oder sich einfach an dem Geldkunstwerk mit beiden Händen bedienen? Die nächsten Stunden sollten die Antwort bringen…

 

Fortsetzung folgt

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