06.07.2015 | Von Die Stiftung

Stiftungen müssen die richtigen Fragen stellen

Mit dem ersten Gesprächskreis Stiftungsfonds in diesem Jahr, der am 23. Juni im Rahmen der funds excellence stattfand, wurden zwei Dinge deutlich: Einmal gibt es Stiftungsfonds, die das aktuelle Anlageumfeld für Stiftungen zu meistern wissen. Zum anderen sind Stiftungen mehr und mehr gefordert, die Fonds und ihre Manager zu fordern.

Mit dem ersten Gesprächskreis Stiftungsfonds in diesem Jahr, der am 23. Juni im Rahmen der funds excellence stattfand, wurden zwei Dinge deutlich: Einmal gibt es Stiftungsfonds, die das aktuelle Anlageumfeld für Stiftungen zu meistern wissen. Zum anderen sind Stiftungen mehr und mehr gefordert, die Fonds und ihre Manager zu fordern.
Von Tobias M. Karow

 

Drei Fondsmanager stellten sich mit ihrem Konzept dem interessierten Publikum und wussten die stiftungsrelevanten Punkte ihrer jeweiligen Herangehensweisen herauszuarbeiten: Nicole Török von Ökorenta, Achim Lange von der Hamburger Sparkasse sowie Markus Diebel von der Deutschen Bank. Letzterer konnte zum Ansatz des DWS Stiftungsfonds (WKN: 531840) die relevanten Angaben machen und das aktuelle Geschehen an den Märkten gut einordnen. Diebel konnte herausarbeiten, dass sein 70:30-Ansatz, also 70% Anleihen und 30% Aktien für die jetzige Zeit, aber auch für das Anlageregime der meisten Stiftungen, womöglich die richtige Lösung seien. In einem Punkt ist der Stiftungsfonds jedoch kein echter Stiftungsfonds mehr: Inzwischen, bei über 1 Mrd. EUR an Volumen, sind Privatanleger mehrheitlich investiert, während Stiftungen mittlerweile nicht mehr unter ihresgleichen sind. Für Achim Lange von der Hamburger Sparkasse, der den Hamburger Stiftungsfonds (WKN: A0YCK4) vorstellte, ist das ein gewichtiges Argument, das die Stiftungseignung eines Fonds belegt.

Stiftungsfonds
Achim Lange von der Hamburger Sparkasse stellte den Hamburger Stiftungsfonds vor und wies auf die Notwendigkeit aktiven Managements und eines breit gestreuten Anlageuniversums hin.

70:30 kann zeitgemäß sein
Denn Stiftungen hätten weitestgehend homogene Interessen, und ein Fonds müsse dem auch gerecht werden. Für Lange ist es die hanseatisch bodenständige Vorgehensweise, die für seinen Fonds spricht, gepaart mit der Chance, eine zeitgemäße Asset Allocation bauen zu können. Gerade weil Stiftungen Erträge brauchen, sind sie darauf angewiesen, eben nicht auf den Geldmarkt oder auf mit nahe null verzinste Anleihen zu setzen. Sie müssen Erträge generieren, und ein Fonds kann das vermutlich in Zeiten wie diesen weitaus besser. Für Lange, der im Hamburger Stiftungsfonds ebenfalls mit einer 70:30-Allokation „unterwegs“ ist, sind dividendenstarke Aktien nicht automatisch die besseren Anleihen, aber natürlich komme man an Aktien heute auch als Stiftung nicht mehr vorbei. Er setzt hierbei nicht nur auf den deutschen Markt, sondern allokiert viel breiter gestreut, sieht in der Streuung auch den wesentlichen Beitrag zum Risikomanagement.

Stiftungen können Wertschwankungen aushalten
Wenn Lange mit einer Stiftung spricht, dann natürlich über Erträge, aber auch über Kursschwankungen. Und gerade diese könne eine Stiftung aushalten, weil für sie das Quartalsende genau nicht der relevanteste Termin sei. Sondern der Tag, an dem der Behindertenfahrtdienst seine Zweckzusage erhält, um seinen Aufgaben nachkommen zu können. In diese Kerbe schlug auch Nicole Török, die beim Gesprächskreis Stiftungsfonds für ihren Ökobasis Renten Plus (WKN: A1W19J) sprach. Ihr Fonds setzt auf einen 90%igen Rentenanteil, der von einer 10%igen Aktienquote ergänzt wird. Aber, und das stand ein wenig im Kleingedruckten, der Fonds kann derivativ eine Aktienquote von bis zu 50% im Fonds umsetzen. Neben diesem für Stiftungen vielleicht nicht ganz unwichtigem Detail ist für Stiftungen das grundsätzliche Setup des Fonds aber weitaus relevanter.

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