04.11.2016 | Von Die Stiftung

„Vor den Wechselkräften des Marktes ist keiner gefeit“

Stiftungen fühlen sich nach wie vor unsicher in ihrer Kapitalanlage. Zum einen liegt das an den aktuellen Herausforderungen des Marktes, jedoch auch an gestiegenen Anforderungen an Professionalität, Transparenz und Know-how in der Kapitalanlage. Stiftungsfonds werden daher als eine Möglichkeit gerade für kleinere Stiftungen angesehen, ihr Kapital solide, sicher, professionell und diversifiziert anzulegen.

Stiftungen fühlen sich nach wie vor unsicher in ihrer Kapitalanlage. Zum einen liegt das an den aktuellen Herausforderungen des Marktes, jedoch auch an gestiegenen Anforderungen an Professionalität, Transparenz und Know-how in der Kapitalanlage. Stiftungsfonds werden daher als eine Möglichkeit gerade für kleinere Stiftungen angesehen, ihr Kapital solide, sicher, professionell und diversifiziert anzulegen.
Von Sabine Kamrath

 

Bestimmte Kriterien zeichnen einen Fonds als „stiftungsgeeignet“ aus, und zwar unabhängig davon, ob der Fonds das Wort „Stiftung“ im Namen trägt, oder nicht. Darüber hinaus gibt es Unterschiede in der strategischen Ausrichtung und Konzeption der Fonds, außerdem in den Auswahlprozessen und verwendeten Instrumenten und Assetklassen im Fonds. Um diese Unterschiede herauszuarbeiten und sich mit den strategischen Profilen von Stiftungsfonds zu beschäftigen, veranstaltete DIE STIFTUNG zum vierten Mal in Kooperation mit der funds excellence den Gesprächskreis Stiftungsfonds in Hamburg.

Stiftungsfonds
Oliver Haupt, Steuerberater bei Roever Broenner Susat Mazars GmbH & Co. KG ging in seinem Vortrag auf die steuerlichen Fallstricke ein. Foto: Peter X. Willeitner

Bei bestem Hamburger Schmuddelwetter wurden die knapp 30 Teilnehmer mit zwei inhaltlichen Vorträgen auf die Podiumsdiskussion eingestimmt und aktuelle Fragen erläutert. Den Impuls von rechtlicher und steuerlicher Seite lieferten Dr. Christoph Regierer und Oliver Haupt von der Roever Broenner Susat Mazars GmbH & Co. KG. Da sich das Wirtschafts- und Anlageumfeld beständig ändere, sei der Austausch dazu notwendig und zu befürworten, leitete Dr. Christoph Regierer in seinen Vortrag ein. „Auch wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Glück nicht ständig ändern und hier nur vorgetragen und nicht diskutiert werden sollen“, meinte er, „sollte auch in strittigen Themen der Austausch mit der Stiftungsaufsicht in Erwägung gezogen werden.“ Die Bedenken der Stiftungsvertreter im Umgang mit den Stiftungsaufsichten, gerade was die Kapitalveranlagung der Stiftung betrifft, seien nach wie vor vorhanden – unnötigerweise. Regierer betonte außerdem die Wichtigkeit von Anlagerichtlinien. „Vor den Wechselkräften des Marktes ist keiner gefeit“, schloss Regierer. Daher sollte eine Anlagerichtlinie nicht zu statisch sein, um sich entsprechend flexibel anpassen zu können und dennoch ein hilfreiches Instrument an der Hand zu haben.

Und auch das Finanzamt meine es zumeist gut mit den Stiftungen, solange keine groben Schnitzer passieren. Oliver Haupt, Steuerberater bei Roever Broenner Susat Mazars ergänzte den Vortrag um Aspekte aus dem Steuerrecht. In Bezug auf die Anlage in Fondsprodukte sei es vor allem wichtig zu beachten, betonte er, dass die Geschäftsführung der Kapitalveranlagung auf die Vermögensverwaltung ausgerichtet ist und nicht auf eine gewerbliche Tätigkeit, wie man es beispielsweise bei einer GmbH & Co. KG (oft zu finden bei Private Equity-Fonds oder Immobilienfonds) unterstellten könnte. Auch wies er darauf hin, dass die laufenden Erträge aus den Fondsinvestments der zeitnahen Mittelverwendung unterliegen und daher ausgeschüttet werden müssen. Thesaurierende Fonds seien für Stiftungen daher nicht unproblematisch –  in diesem Fall müsse durch anderweitige Investments für genügend Liquidität gesorgt werden, um ausreichend Erträge ausschütten zu können.

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