04.11.2016 | Von Die Stiftung

„Vor den Wechselkräften des Marktes ist keiner gefeit“

Stiftungen fühlen sich nach wie vor unsicher in ihrer Kapitalanlage. Zum einen liegt das an den aktuellen Herausforderungen des Marktes, jedoch auch an gestiegenen Anforderungen an Professionalität, Transparenz und Know-how in der Kapitalanlage. Stiftungsfonds werden daher als eine Möglichkeit gerade für kleinere Stiftungen angesehen, ihr Kapital solide, sicher, professionell und diversifiziert anzulegen.

Stiftungsfonds
Klaus-Dieter Erdmann, Geschäftsführer der MMD Multimanager GmbH, erläuterte die Vor- und Nachteile von Fondsinvestments. Foto: Peter X. Willeitner

Anschließend erläuterte Klaus-Dieter Erdmann, Geschäftsführer der MMD Multimanager GmbH, die Gründe für eine Delegation der Vermögensverwaltung, sowie deren Vor- und Nachteile. Gerade für kleine bis mittelgroße Stiftungen stelle sich die Frage, welche Performance man mit welchem Risiko zu welchen Kosten selbst verwirklichen könne. Eigentlich sollte ein verantwortungsvoll arbeitender Vorstand diese Fragen jederzeit beantworten können. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt, dass sich eine gewisse Sensibilität für eine professionelle Vermögensverwaltung noch nicht flächendeckend durchgesetzt hat. Er schloss damit, dass Fonds zwar einfacher zu handhaben sind, gut zu vergleichen und zu verwalten, aber auch ihren Preis haben. „Wobei der Preis sich von der individuellen Vermögensverwaltung unterm Strich nicht unterscheidet“, meinte Erdmann. Die Performance der Fonds sei aber leichter zu vergleichen als die einer individuellen Vermögensverwaltung. „Und natürlich ist nicht jeder in allen Marktphasen gut“, schloss er seinen Vortrag.

Was macht nun einen Stiftungsfonds zum Stiftungsfonds? Und wie unterscheiden sich die anwesenden Fonds, wo haben sie ihre Stärken und Schwächen? Vier Fondsexperten bzw. Assetmanager standen bei der Podiumsdiskussion, in der neben den verschiedenen Ansätzen und Zielen der Fonds auch das Verhalten in verschiedenen Marktphasen zur Sprache kam, Rede und Antwort. Im Zentrum stand die Frage, welche Lösungsmöglichkeiten es für das Niedrigzinsdilemma gibt und wie Stiftungen diese bestmöglich für sich nutzen können.

Stiftungsfonds
Hauke Hess von der Veritas Institutional GmbH erläuterte das Konzept der Frühindikatoren des Fonds. Foto: Peter X. Willeitner

Veritas Institutional GmbH

Dennis Bützer, Portfolio Manager bei der Bank J. Safra Sarasin und verantwortlich für den „Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds“ betonte vor allem den starken Nachhaltigkeitsfokus des Fonds. Als Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Investments hat sich Sarasin bereits in den letzten Jahren positionieren können. Aufgrund der sorgfältigen Auswahl und der strikten Anwendung des Nachhaltigkeits-Filters zählt der defensiv ausgerichtete Fonds zu einem für Stiftungen eher ausgewogenen, risikoärmeren Produkt. Wesentlich risikofreudiger ist hingegen der Aktienfonds „Pioneer Funds – European Equity Target Income“. Christoph Schwarzmann, Senior Director Private Wealth Clients bei der Pioneer Investments Kapitalanlagegesellschaft mbH erläuterte, dass der Fonds als Beimischung bzw. für eine diversifizierte Umsetzung der Aktienquote geeignet sei. Im Vergleich biete er eine höhere Rendite, jedoch auch eine etwas höhere Volatilität, die für risikoavers anlegende Stiftungen ein Negativkriterium sei, sich aber zur Beimischung eigne. Philipp Magenheimer, Leiter Portfoliomanagement Fonds bei der WAVE Management AG hingegen stellte mit seinem Fonds wieder ein eher defensives Produkt vor, den WAVE Total Return Fonds R. Dieses stark auf kontinuierliche Ausschüttungen zugeschnittene Produkt mit einem Wertsicherungskonzept begrenze auch deutlich das Verlustrisiko. Als vierter Fonds wurde der Veri Multi Asset Allocation vorgestellt, der einem rein quantitativ-prognosefreien Ansatz folgt. Hauke Hess, der Geschäftsführer des Portfolio Managements bei der Veritas Investment GmbH, betonte, dass der Investitionsgrad in die verschiedenen Assetklassen sich an der jeweiligen Marktsituation orientiere, die nach rein quantitativen Zahlen beurteilt werde. Neben einem unterjährig relativ festem Assetklassen-Mix, der sich pro Jahr entsprechend verändert, zeichne den Fonds eine stark atmende Aktienquote von bis knapp 27% aus, die je nach Umfeld ausgeschöpft würde, um an allen Chancen teilhaben zu können.

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