11.08.2017 | Von Die Stiftung

Rechtsstreit über Umgang mit geschenkter Kunst

Die Letter-Stiftung will durch eine Klage gegen die Stadt Leverkusen eine aus ihrer Sicht angemessenere Präsentation der Werke von Ludwig Gies erreichen. Doch auch die Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Köln bringt keinen Erfolg.

Ludwig Gies hat mit seinem Bundesadler ein Symbol der Bonner Republik geschaffen. Das Bild zeigt die Arbeit, die schnell den Spitznamen „fette Henne“ bekam, im Plenarsaal im Jahr 1955. Foto: Rolf Unterberg

Welchen Einfluss haben Stiftungen auf den Umgang mit Kunst, die der öffentlichen Hand geschenkt wurde? Diese Frage steht im Zentrum eines laufenden Rechtsstreits zwischen der Stadtverwaltung Leverkusen und der Kölner Letter-Stiftung. Letztere ist die Nachlassverwalterin von Ludwig Gies – und unzufrieden mit der Präsentation jener Werke des Bildhauers, die dessen Witwe in den 1970er-Jahren der Stadt Leverkusen schenkte.

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (KStA) berichtet, ist die Situation aus Sicht der Stiftung nicht angemessen. Die Arbeiten Gies’ befinden sich nun nicht mehr dauerhaft im „Gies-Kabinett“, einem Dachzimmer im Museum Schloss Morsbroich, sondern sind dort andernorts in Auszügen zu sehen. Die Kulturverwaltung hatte sich im Zuge der Schenkung dazu verpflichtet, eine ständige, kleine museale Ausstellung der Werke zu zu zeigen.

Gericht fordert zur Einigung auf

Nach der Niederlage vor dem Landgericht hat nun auch der Berufungstermin vor dem Oberlandesgericht der Stiftung laut KStA keinen Erfolg gebracht. Die vorsitzende Richterin forderte die Nachlassverwalterin – bei allem Verständnis für deren Sichtweise – auf, sich auch angesichts der finanziellen Lage der Stadt Leverkusen von ihrer „Maximalforderung“ zu lösen, das „Gies-Kabinett“ wieder einzurichten. Zugleich empfahl sie eine bessere Unterbringung der Werke. Die beiden Parteien, deren Streit im Frühjahr 2016 eskalierte, sollten sich erneut zusammensetzen, um eine Einigung zu finden, so die Aufforderung des Gerichts.

Internetauftritt der Letter-Stiftung: www.letter-stiftung.de

Internetauftritt des Museums Morsbroich: www.museum-morsbroich.de

Artikel zur jüngsten Verhandlung beim Kölner Stadt-Anzeiger

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