11.01.2018 | Von Tobias Anslinger

Was kann die neue Stiftungssuche?

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat seine Online-Stiftungssuche überarbeitet. Es gibt eine kostenfreie und eine kostenpflichtige Recherchemöglichkeit. Ein Zugriff auf die gesamte Datenbank mit 26.000 Einträgen ist zahlenden Abonnenten vorbehalten.

Stiftungssuche Bundesverband
Die neue Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen bietet eine kostenfreie und eine kostenpflichtige Recherchemöglichkeit. Screenshot: stiftungssuche.de

Am 10. Januar ist die neue Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen online gegangen. Auf www.stiftungssuche.de finden Interessierte das laut Verband „umfangreichste Verzeichnis von Stiftungen in Deutschland“. Mehr als 26.000 Einträge sind online verfügbar.

Bereits die kostenfreie „Stiftungssuche Basic“ soll eine schnelle und zielgerichtete Recherche ermöglichen. Nutzer können wie bisher rund 11.600 Stiftungseinträge nachschlagen. In der kostenpflichtigen Version „Stiftungssuche Plus“ bietet der Bundesverband umfassendere Informationen zu mehr als 26.000 Stiftungen. Sie ist als Monatsabo oder als Jahresabo erhältlich.

Stiftungssuche Plus mit unterschiedlichen Preismodellen

Beim Preismodell der „Stiftungssuche Plus“ differenziert der Bundesverband zwischen kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung. Die kommerzielle Nutzung kostet 49,99 Euro pro Monat, bei Abschluss eines Jahresabos sind zwei Monate gratis (499,99 Euro). Die nichtkommerzielle Nutzung ist 10 bzw. 100 Euro günstiger (39,99 bzw. 399,99 Euro). Mitglieder des Bundesverbandes haben einen Preisvorteil (jeweils 20 bzw. 200 Euro Preisnachlass). Bezahlbar ist das Abo über PayPal, Lastschrift oder per Kreditkarte.

„Mit der Stiftungssuche Plus geht ein einzigartiger Datenschatz ans Netz. Davon profitieren all jene Vereine, Initiativen oder Privatpersonen, die mit ihrem Engagement unsere Gesellschaft ein Stück besser machen und jetzt schneller und smarter Förderer recherchieren können“, sagt Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, über die neue Recherchemöglichkeit.

Neue Stiftungssuche: Erster Praxistest

DIE STIFTUNG hat die neue Stiftungssuche einem ersten Praxistest unterzogen. Während man in der kostenfreien Version lediglich nach Stichworten, Orten und nach Bundesland gefiltert suchen kann und überhaupt nur Stiftungen finden kann, die eine Internetseite haben (das sind jene rund 11.600), stehen in der kostenpflichtigen Version nicht nur deutlich mehr Stiftungen, sondern auch deutlich mehr Suchkriterien in der Suchmaske zur Verfügung (siehe Screenshot).

Suchmaske Stiftungssuche
Die Suchmaske der „Stiftungssuche Plus“. Screenshot: stiftungssuche.de

Bei der Suchfunktion „Themen“, die ebenso wie die Suchfunktion „Bundesland“ mittels Dropdown-Menü gestaltet ist, besteht die Möglichkeit, nach neun verschiedenen Kategorien zu suchen (von „Bildung“ bis „Wissenschaft“). Auch „privatnützige Zwecke“ ist eine davon, wozu es immerhin 1147 Einträge gibt. In der Suche lassen sich auch mehrere Themen kombinieren, wobei die Suchergebnisse dann kumulativ sind. Die Anzahl der Treffer wird jeweils unter der Suchmaske angezeigt.

Die einzelnen Treffer finden sich unmittelbar darunter, wobei hier eine optisch (z.B. farblich) klarere Abgrenzung hilfreich gewesen wäre, um einen besseren Überblick zu bewahren. Schön ist die Möglichkeit, sich die Treffer auf einer Deutschlandkarte anzeigen zu lassen.

Stiftungssuche offenbart Unterschiede im Außenauftritt

Die Informationen zu den einzelnen Stiftungen sind von unterschiedlicher Qualität. Während bei manchen Stiftungen Angaben zu Spenden, speziellen Förderrichtlinien, Errichtungsjahr, Sitz, Stifter, Verwirklichung, geographischen Einschränkungen, Gesamtausgaben und Zielgruppen vorhanden sind, weisen andere Einträge lediglich einzelne Angaben wie Themen, Errichtung und Sitz auf. Auch die Kontaktdaten zu den Stiftungen sind unterschiedlich umfangreich: Mal komplett mit Telefon, Internet, Mail und Social Media-Präsenz, mal nur bestehend aus Adresse, Telefon und Fax. Hierzu muss jedoch festgehalten werden, dass viele Stiftungen gar nicht über eine eigene Webpräsenz oder einen Social-Media-Auftritt verfügen. Selbst eine E-Mail-Adresse sucht man nach wie vor bei vielen Stiftungen vergeblich. Solche Unterschiede des technischen Stands kommen auch in der neuen Stiftungssuche zum Ausdruck.

Angaben zu „Themen“ sowie – wenn vorhanden – „Zusatzinfos“ und „Kontakt“ (in entsprechend unterschiedlichem Umfang) bekommen Nutzer auch in der kostenfreien Version zu lesen.

Oldenburg: „Sektor hat Hausaufgaben gemacht“

Anlässlich der Vorstellung der neuen Stiftungssuche bekräftigte der Bundesverband nochmals seine Forderung nach einem bundesweiten Stiftungsregister. „Mit der neuen Online-Stiftungssuche hat der Sektor seine Hausaufgaben gemacht. Im Pflichtenheft der neuen Bundesregierung steht nun die zügige Umsetzung der anstehenden Stiftungsreform. Unsere Kernforderung ist ein bundesweit einheitliches, verpflichtendes Stiftungsregister mit weit mehr Angaben zu Stiftungen, als wir sie auf freiwilliger Basis einsammeln können“, so der Generalsekretär. Die Einführung eines solchen Registers liegt in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die die Reformvorschläge vorarbeitet, allerdings komplett auf Eis.

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