17.03.2017 | Von Die Stiftung

Loveparade-Stiftung: Ärger mit individuellen Trauersymbolen

Anfang dieser Woche hat die Loveparade-Stiftung, die offiziell „Stiftung Duisburg 24.7.2010“ heißt und vor einem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, die Gestaltung der Gedenkstätte am Karl-Lehr-Tunnel abgeschlossen. Den Abschluss der Arbeiten kennzeichnete die Montage einer gläsernen Gedenktafel, deren Text an die Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 erinnert.

Bereits zum Jahrestag 2016 wurden die Kacheln mit den Fotos und Namen in die Gedenkplatte eingefügt. Ein weiße Stein in der Gedenkplatte steht symbolisch für die Verletzten und Traumatisierten, die die Katastrophe erlebt, aber überlebt haben.

In einer Presseaussendung betonte die Loveparade-Stiftung nun, dass die Gedenktafel jenen Vorgaben entspricht, die von den Hinterbliebenen der 21 Todesopfer und Vertretern der Betroffenen-Initiative beschlossen worden waren. Denn zwischenzeitlich hatten Unbekannte ohne Absprache auf dem weißen Stein eine schwarze Granitplatte mit einem Erinnerungstext angebracht, der sich allein auf die Verletzten und Traumatisierten bezog. Da dies nicht den früher getroffenen Vereinbarungen über die Gestaltung der Gedenkstätte entsprach, wurde die Granitplatte wieder entfernt.

Überhaupt schien die Gedenkstätte in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit der „anmaßenden Gestaltungshoheit selbst ernannter Loveparade-Aktivisten“ gehabt haben, wie es in einem Kommentar der „Rundschau Duisburg“ heißt.

Dazu beitragen, Alleingänge von Privatpersonen in puncto Anbringen und Aufstellen von Trauersymbolen zu unterbinden, soll künftig auch eine Hinweistafel am Eingang, die die Besucher dazu auffordert, die Gedenkstätte mit Würde und Respekt zu behandeln und keine Veränderungen mehr vorzunehmen.

Unruhe in Loveparade-Stiftung schon seit Sommer 2016

Neben den genannten Problemen mit Veränderungen an der Gedenkstätte war es in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2016 auch wegen interner Streitigkeiten unruhig um die Loveparade-Stiftung geworden. Zwei ehemalige Beiratsmitglieder, Dirk Schales und Jörn Teich, haben die Stiftung verlassen, sich sogar mit einer Beschwerde an die Stiftungsaufsicht in Düsseldorf gewandt.

Im Zuge der Planung des Jahrestages 2016 kamen erhebliche Konflikte zwischen den ehemaligen Beiratsmitgliedern auf der einen und anderen Mitgliedern sowie insbesondere den Eltern der verstorbenen Opfer auf der anderen Seite auf. Der Verein von Schales und Teich gebe vor, im Namen aller Betroffenen zu sprechen, vertrete in Wirklichkeit er aber nur eine kleine Gruppe von Verletzten, hieß es seitens des Stiftungsvorstandes Jürgen Widera, der gleichzeitig einräumt, dass sich „die Interessen der unterschiedlichen Opfergruppen manchmal aber auch sehr gegensätzlich gegenüber stehen“. Auch wenn das nicht immer einfach wäre, sei die Stiftung stets um einen Konsens bemüht.

Der Verein von Schales und Teich fühlte sich von der Stiftung im Stich gelassen. Die Stiftung sei nicht mit Leben gefüllt worden, der Beirat habe kein Einfluss auf die Entscheidungen, die der Vorstand treffe, sagten sie gegenüber derwesten.de. Ein Versuch, unter Beteiligung der Stiftungsbehörde ein klärendes Gespräch zu führen, scheiterte an der Abwesenheit von Schales und Teich.

www.stiftung-duisburg-24-7-2010.de

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