10.10.2017 | Von Die Stiftung

Mit 91 Jahren Stiftung Literatur gegründet

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Mitbegründer des Verbands deutscher Schriftsteller Dieter Lattmann bringt in der Stiftung Literatur seine beiden Lebensthemen Literatur und Politik zusammen. Die Gründungsfeier fand im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz statt.

Stiftung Literatur Lattmann
Dieter Lattmann (links), hier bei der Gründungsfeier im Gespräch mit Stiftungsrat Dr. Thomas Kraft, gründete im Alter von 91 Jahren die Stiftung Literatur in München. Foto: Stiftung Literatur

Es ist nie zu spät – schon gar nicht für eine Stiftungsgründung. Das dachte sie wohl auch Dieter Lattmann und gründete im Alter von 91 Jahren „seine“ Stiftung Literatur. Die Stiftung fördert ausschließlich politische erzählende Dichtung (Epik) im deutschsprachigen Raum. Unter dem Begriff „politisch“ fasst die Stiftung Werke, in denen historische und aktuelle Macht-, Herrschafts- und/oder Gesellschaftsverhältnisse dargestellt, kritisiert oder im Sinne von denkbaren positiven oder negativen Entwicklungen als Utopie verdeutlicht werden.

Stiftung Literatur fördert in Not geratene Schriftsteller

Durch die Unterstützung politischer Literatur soll ein inhaltstiefer, lebendiger politischer Diskurs gestärkt werden. Die Stiftung macht es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe, begabte junge Autoreninnen und Autoren zu fördern und in Not geratene Schriftsteller zu unterstützen.

Zum Vorstandsvorsitzenden der Stiftung wurde Björn Gerrit Bahner berufen. „Dieter Lattmann dient uns als Vorbild: Sein jahrzehntelanges Engagement für Kultur- und Literaturschaffende ist uns Verpflichtung und Motivation zugleich“, äußerte sich Bahner im Rahmen der Gründungsfeier im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz.

Rechtlich wählten die Verantwortlichen eine Konstruktion mit einer „klassischen“ gemeinnützigen Stiftung (Stiftung Literatur) und einer Treuhandstiftung (Dieter-Lattmann-Treuhandstiftung), die als Verbrauchsstiftung ausgestaltet ist. „Das Vermögen dieser Treuhandstiftung kann innerhalb von zehn Jahren aufgezehrt werden und ermöglicht dem Stifter noch zu Lebzeiten einen höheren Gestaltungsspielraum“, erklärt Vorstand Bahner. Beide Stiftungen verfolgen den gleichen Zweck.

Lattmann: Verband, Bundestag, Goethe-Institut

Von 1969 bis 1974 war Lattmann Mitbegründer und erster Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller. Als Mitglied des Deutschen Bundestags von 1972 bis 1980, setzte er sich u.a. mit Erfolg für die Einrichtung der Künstlersozialversicherung ein. In den Jahren 1977 bis 1985 gehörte er dem Präsidium des Goethe-Institutes an.

Sein schriftstellerisches Werk umfasst unter anderem Romane, Tagebücher, Essays, Erzählungen und eine Autobiografie. Zuletzt erschien von ihm „Es will Abend werden“ (2016), biografische Aufzeichnungen über das Leben in einer Seniorenresidenz.

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