27.10.2017 | Von Die Stiftung

Zeppelin-Stiftung bekommt mehr Geld

Die Zeppelin-Stiftung in Friedrichshafen soll durch eine neue Dividenden-Regelung mehr Geld von Stiftungsfirmen erhalten. Gleichzeitig schwelt der Streit zwischen der Bodensee-Stadt und dem Urenkel des Luftschiff-Pioniers Ferdinand von Zeppelin weiter.

Zeppelin-Stiftung
Die Zeppelin-Stiftung bittet ihre Stiftungsunternehmen stärker zur Kasse. Foto: Irmhild Ramm / pixelio.de

Die Stadt Friedrichshafen ändert die bisherige Dividenden-Regelung für ihre Stiftungsunternehmen. Die ZF Friedrichshafen AG, der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Zeppelin GmbH, die durch jährliche Dividendenzahlungen die Stiftungsprojekte finanzieren, sollen künftig wesentlich stärker zur Kasse gebeten werden, berichtete die Tageszeitung Südkurier diese Woche. Oberbürgermeister Andreas Brand erklärte, dass damit die gemeinnützige Zeppelin-Stiftung dauerhaft finanziell abgesichert werden könne. Während bisher immer in gleicher Höhe bezahlt wurde, sollen ab 2018 nun 18 Prozent des Gewinns nach Steuern an die Stiftung abgeführt werden.

Zeppelin-Stiftung braucht 85 Millionen für laufende Aufgaben

Die Stiftung unterstützt das soziale und kulturelle Engagement in Friedrichshafen in vielen Bereichen: Kinder- und Jugendarbeit, Bildung und Erziehung, Gesundheits- und Pflegeleistungen sowie die Förderung von Kunst und Kultur. Über die Vergabe entscheidet der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen jeweils in den Haushaltsberatungen. Um alle laufenden Projekte zu finanzieren, benötigt die Zeppelin-Stiftung rund 85 Millionen Euro. Werden die Zahlen für 2016 als Basis gelegt, dann hätte der Automobilzulieferer ZF statt wie bisher rund 50 Millionen Euro nach der neuen Regelung rund 145 Millionen an die Zeppelin-Stiftung bezahlen müssen, rechnet der Südkurier vor.

Vor einem Jahr gründete die Stadt Friedrichshafen die gemeinnützige „Zeppelin-Stiftung Ferdinand gGmbH“, um langfristig Kapital für die Zeppelin-Stiftung sammeln zu können und die Zeppelin-Stiftung finanziell abzusichern. Aktuell mit zehn Millionen Euro ausgestattet, soll sie in sieben bis zehn Jahren über rund eine Milliarde Euro an Kapital verfügen, so OB Brand.

Verfahrensstart vor dem Verwaltungsgericht noch offen

Der Streit um die Zeppelin-Stiftung schwelt indes weiter (DIE STIFTUNG und die-stiftung.de berichteten). Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin hatte im Januar dieses Jahres Klage gegen das Regierungspräsidium Tübingen eingereicht, um die Restitution der Stiftung gerichtlich durchzusetzen. Diese war 1947 aufgehoben worden und wird seitdem als städtisches Sondervermögen in Form einer rechtlich unselbstständigen Stiftung weitergeführt.

Wann die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen beginnen, ist laut Südkurier noch offen, da von Brandenstein-Zeppelin seine Klage noch nicht begründet habe. Oberbürgermeister Brand sagte gegenüber dem Südkurier, dass es dem Zeppelin-Urenkel nicht um Gemeinnützigkeit, sondern nur um das Geld gehe.

www.zeppelin-stiftung.de

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