17.05.2018 | Von Die Stiftung

Verspätete Stiftungsgründung: Spender erhält Geld zurück

Eine Wuppertaler Stiftung muss nach einem Gerichtsurteil einem Spender 25.000 Euro zurückzahlen, nachdem die Stiftungsgründung später als vereinbart erfolgt ist. Der Spender hatte die Summe vor einem Jahr überwiesen, die Stiftung ist seit Mai 2018 aktiv.

Stiftungsgründung
Die Stiftung wurde später als vereinbart gegründet, deshalb konnte der Spender sein Geld zurückverlangen. Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Die Horst-Buhtz-Stiftung für Jugendförderung, die dem Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV nahesteht, muss eine Großspende zurückzahlen. Die 25.000 Euro, die der Ex-Verwaltungsrat Dieter Schauf der Stiftung zur Verfügung stellte, verlangte er wegen Verzögerungen bei der Stiftungsgründung zurück. Das Landgericht gab ihm recht, wie die Wuppertaler Rundschau und die Westdeutsche Zeitung berichten.

Stiftungsgründung mehrfach verschoben

Die Stiftungsgründung wurde erstmals 2014 angekündigt und daraufhin mehrfach verschoben. Schauf stellte den Verantwortlichen ein Ultimatum bis zum 30. September 2017 (www.die-stiftung.de berichtete). Doch daraus wurde nichts. Es folgte laut Wuppertaler Rundschau „ein Zerwürfnis“ und der Rücktritt des geldgebenden Unternehmers. Die persönlichen Verhältnisse, wurde das Gericht zitiert, spielten für den Prozess allerdings keine Rolle. Zentral sei vielmehr, ob ein Anspruch des Klägers auf Rückzahlung besteht. Dieser fühlt sich laut Bericht über die schleppende Entwicklung schlecht informiert. Beweise dafür, dass das Geld etwa anderweitig verwendet wurde, gebe es allerdings offenbar nicht.

Rücknahme der Schenkung ist rechtens

„Richter Oliver Kloß ließ bei der Urteilsverkündigung keinen Zweifel daran, dass die Rückforderung rechtens war, sowohl wegen der klaren Fristsetzung als auch wegen zulässiger Rücknahme einer Schenkung“, so die Westdeutsche Zeitung. Der WSV erklärte in einer Medienmitteilung, dass die 25.000 Euro bereits vor der Urteilsverkündung auf ein Unterkonto von Schaufs Anwalt überwiesen wurden. Schauf kündigte nach dem Urteilsspruch an, das Geld nun für andere Zwecke zu spenden, so die Wuppertaler Rundschau. Offen sei noch, ob der Verein oder die Stiftung die Verfahrenskosten trage.

Universität Chicago: Spender will Millionen zurück

Die britische Wochenzeitung The Economist berichtet indes von einem ähnlichen, wenn auch deutlich größeren Fall: Die Familie Pearson hatte  der Universität Chicago 100 Millionen US-Dollar versprochen, gekoppelt an die Bedingung, ein „Pearson Institute for the Study and Resolution of Global Conflicts“ zu gründen und ein „Pearson Global Forum“ zu etablieren. Da dies nicht zu ihrer Zufriedenheit umgesetzt wurde, fordert die Familie nun die bereits bezahlten Raten zurück. „Spender, die ein Vermögen in der Wirtschaft gemacht haben sind komplexe rechtliche Verträge gewöhnt und erwarten, dass sie ihre Ziele erreichen. Sie fühlen sich verantwortlich, besonders wenn ihr Name mit einer Gründung verbunden ist, die ihre Schenkung ermöglicht hat“, so Richard Mittenthal, Berater bei der TCC Group, gegenüber The Economist.

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