19.07.10 Quelle: DIE STIFTUNG
Sterbequalität im Vergleich
Die Lien-Stiftung aus Singapur hat erstmals eine Studie erstellt, die die medizinische Versorgung sterbender Menschen in zahlreichen Ländern vergleicht. Die Untersuchung stellt manchem hochentwickelten Industriestaat schlechte Zeugnisse aus. Besonders Finnland, Dänemark und die Schweiz, deren Gesundheitssysteme allgemein als vorbildlich gelten, haben mit Rang 28, 22 und 16 enttäuschende Platzierungen erreicht. Deutschland konnte mit dem achten Platz schon eine deutlich bessere Position erringen, Spitzenreiter ist aber Großbritannien. Hier begann die moderne Hospizbewegung bereits in den 1960er Jahren, die Pflegekräfte sind teilweise auf Palliativpflege und -medizin spezialisiert, und es ist relativ einfach an schmerzstillende Medikamente zu kommen.
Kernaussage der Studie ist, dass ein hoher medizinischer Standard nicht unbedingt mit einer besseren Versorgung Sterbender zusammenhängt. Dies erklärt die Lien-Stiftung damit, dass die Medizin immer noch zu sehr darauf gepolt ist, den Tod zu verhindern, und zu wenig darauf, das Sterben möglichst einfach und schmerzfrei zu gestalten.
Die Schlusslichter im Vergleich waren mit China, Brasilien, Uganda und Indien allerdings nur Schwellen- und Entwicklungsländer.