07.06.2017 | Von Die Stiftung

„Macht einfach mal!“

Die Scheu vor der Weite des Internets hält manche Organisationen noch davon ab, in dieses Medium einzutauchen. Und die Angst vor Kosten. Doch heutzutage gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, wie Organisationen kostenfrei online aktiv sein können. Carsten Frederik Buchert von der Felix Burda Stiftung verrät mehr.

"Mut haben und einfach mal machen", dazu rät Carsten Buchert bei der Nutzung von Online-Tools. (Urheber: Felix Burda Stiftung)

Die Scheu vor der Weite des Internets hält manche Organisationen noch davon ab, in dieses Medium einzutauchen. Und die Angst vor Kosten. Doch heutzutage gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, wie Organisationen kostenfrei online aktiv sein können. Carsten Frederik Buchert von der Felix Burda Stiftung verrät mehr.

DIE STIFTUNG: PR zu betreiben bedeutet in der Regel auch Aufwand. Ab wann lohnt es sich für eine gemeinnützige Organisation, aktiv nach außen zu kommunizieren?
Carsten Frederik Buchert: Sobald meine Identität und mein Corporate Design klar sind und ich einen ersten Kommunikationsplan aufgestellt habe. Denn dann ist auch klar, was ich erreichen und kommunizieren will. Hierbei ist es durchaus in Ordnung, sich auf einige wenige Punkte zu konzentrieren und mit einer einzelnen, ersten kommunikativen Aussage nach außen zu treten – sei es für die Verbreitung meines Stiftungszweckes oder für die Spenderakquise.

DIE STIFTUNG: Welches Medium würden Sie einer Organisationen hierbei empfehlen?
Buchert: Definitiv Social Media – und zwar einfach weil es kostenfrei ist. Alles, was ich auf den großen bekannten Kanälen, wie Facebook oder Twitter, tun kann, ist kostenlos.

DIE STIFTUNG: Wieso tun das manche Organisationen noch nicht?
Buchert: Vielfach begegnen mir Ängste, weshalb mein Tipp ist: Macht einfach mal. Oft wird das Ganze viel zu verkopft angegangen. Man fragt sich zum Beispiel, ob man einen Post nicht zuerst vom Kuratorium absegnen lassen müsste. Aber wieso nicht einfach mal sechs Monate lang ausprobieren? Vielleicht lerne ich von den Kommentaren meiner Follower mehr, als ich gedacht hätte. Und nichts, was in Social Media passieren kann, ist so schlimm, dass die Welt sich nicht mehr dreht oder ich meinem Zweck nicht mehr nachgehen kann. Die Ängste, die vielfach eine Hürde für den ersten Schritt darstellen, sind meist unbegründet.

DIE STIFTUNG: Haben steht im Kochbuch, wie man so schön sagt. Fehlen manchen Organisationen hierfür nicht schlichtweg die Ressourcen?
Buchert: Es gibt heutzutage hervorragende kostenlose Online-Tools (Anm.d.Red.: siehe Infokasten). Je besser ich diese nutze, desto mehr Menschen erreiche ich. Youtube bietet viel mehr als nur das Veröffentlichen von Videos. Ich kann dort meinen ganz eigenen Kanal gestalten. Auf Facebook kann ich live gehen und so meine Stimme für oder gegen etwas erheben und mit Menschen kommunizieren. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten und natürlich muss man sich nicht gleich in alles reinstürzen. Aber Facebook ist wegen seiner Reichweite und Nutzungshäufigkeit in Deutschland, nicht nur bei Jungen, sondern auch bei Älteren, auf jeden Fall zu empfehlen. Wieso also nicht erst mal dort austoben?

DIE STIFTUNG: Aber mit irgendetwas muss ich meine Seite ja auch befüllen.
Buchert: Ich brauche heutzutage nicht mehr als ein Smartphone, meist noch nicht mal Geld für Apps, um Online-Content zu generieren. Es gibt die Möglichkeit, lizenzfreie Bilder zu nutzen und zu bearbeiten und somit Foto-Content zu generieren. Und „Chayns“ ist ein Anbieter, der aus den Inhalten der Facebookseite kostenfrei eine responsive Webseite sowie eine Smartphone-App erstellt. Letztere kann dann auch in allen Stores heruntergeladen werden. Für wenige Euro kann ich noch eine eigene Domain hinter die Webseite legen, wenn ich das möchte. Doch auch ganz kostenlos habe ich so neben dem Facebook-Auftritt eine Homepage und eine Smartphone-App – und erreiche damit auch die Menschen, die nicht auf Facebook sind. Nicht schlecht für den Anfang. Und da „Chayns“ die Inhalte meiner Facebookseite nutzt, muss ich den Content nur einmal generieren.

DIE STIFTUNG: Es gibt aber durchaus auch Gründe, eine Webseite mit mehr Funktionen zu erstellen. Wie viel Geld muss ich hierfür in die Hand nehmen?
Buchert: Die meisten Organisationen denken, dass dies viel zu teuer ist und schnell 60.000 Euro kostet. Das muss aber nicht sein. Es gibt inzwischen Baukastensysteme, zum Beispiel Wix.com, und auch Agenturen, die aus solchen Systemen Webseiten kostengünstiger erstellen. Eine vernünftige Seite, die ich frei nach meinen Bedürfnissen gestaltet habe, kostet mich so nicht mehr als einen kleinen vierstelligen Betrag – und stellt bereits einen nächsten Schritt dar. Vernünftig online zu gehen ist durchaus wichtig, denn dort sind auch viele Spender unterwegs. Und selbst Online-Fundraising lässt sich kostenlos implementieren. Wir leben in einer Zeit, in der ein Blumenstrauß an Möglichkeiten vor uns liegt. Ich muss nur Mut haben und einfach mal machen.

www.felix-burda-stiftung.de

Kostenfreie Online-Tools

Pexels: Lizenzfreie Fotos
Picmonkey: Online-Bildbearbeitung
Chayns: Macht aus facebook-Seite eine App und Mobile Site
Piktochart: Zahlen grafisch darstellen
Visual Statements: Sprüche-Content zum Teilen
Fanpage Karma: Benchmark-Beobachtung der Social-Media-Performances

 

Buchert

 

 

 

 

 

Carsten Frederik Buchert ist Director Marketing & Communications und Head of Office der Felix Burda Stiftung.

 

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