10.07.2017 | Von Die Stiftung

Mit Gehaltsspenden direkte Wirkung erzielen

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Henkel unterstützt mit seinen Gehaltsspenden u.a. das Projekt „Brotzeit“ für Kinder. (Urheber: Deutschland rundet auf)

Einen kleinen Teil seines Gehalts direkt an ausgewählte soziale Projekte zu spenden –das ist seit ein paar Monaten auch für die Mitarbeiter von Henkel in Deutschland möglich. Ermöglicht wird das durch die Gehaltsspenden-Aktion von „Deutschland rundet auf“, einer Spendenorganisation, die sich auf Mikrospendenmodelle spezialisiert hat.

Bekannt wurde sie durch ihre Aktion an Supermarktkassen großer Handelsunternehmen: Dort gibt es das niedrigschwellige Angebot für den Spender, den Betrag seines Einkaufs um bis zu 10 Cent aufzurunden. Ebenso wie bei den Spenden an der Kasse werden nun auch die Einnahmen aus der neuen Aktion der Gehaltsspenden zu 100 Prozent von der „Deutschland rundet auf gemeinnützige Stiftungs-GmbH“ an die ausgewählten Förderprojekte weitergeleitet.

Gehaltsspenden unterstützt gesellschaftliches Engagement

Mit dem neuen Mikrospendenmodell geht „Deutschland rundet auf“ nun gezielt auf die Corporate-Citizenship- und Personalverantwortlichen in Unternehmen zu. „Wir möchten neben Großunternehmen Betriebe aller Größen einbinden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben häufig nicht die Kapazitäten, ein eigenes soziales Engagement aufzubauen. Da bieten wir mit unserer sicheren Projektauswahl und Mittelvergabe ein gutes Angebot“, sagt Nina Jäcker, Geschäftsführerin von „Deutschland rundet auf“.

Für Kirsten Sánchez Marín, Leiterin Corporate Citizenship bei Henkel, fügt sich die Gehaltsspendenaktion optimal in das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens ein: „Nicht alle Mitarbeiter finden immer die Zeit, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren. Es gibt aber eine große Bereitschaft, gezielt soziale Projekte zu fördern.“

Bei einer Vielzahl an Anfragen von gemeinnützigen Organisationen inspizieren Sánchez Marín und ihr Team die Aktionen vorher genau. Bei „Deutschland rundet auf“ werden die Förderprojekte nach einem zertifiziertem Auswahlverfahren bestimmt. Die Projekte selbst müssen zudem alle mit dem „Wirkt-Siegel“ von Phineo, einem unabhängigem Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement, ausgezeichnet sein. Thematisch sind alle Projekte auf Chancengerechtigkeit und Kinderarmut ausgelegt. Ein Ansatz, der bei Henkel Anklang fand.

Fritz-Henkel-Stiftung verdoppelt Gehaltsspenden

Hinzu kommt aber noch, dass jede Gehaltsspende bei Henkel verdoppelt wird, und zwar von der Fritz-Henkel-Stiftung. Die Spendenstufen sind für die Henkel-Mitarbeiter auf 50 Cent, ein oder fünf Euro pro Monat festgelegt. Ersten Schätzungen zufolge lag der Anteil der registrierten Mitarbeiter nach knapp vier Monaten bei etwa 10 Prozent. „Wir haben uns keine feste Zielgröße gesetzt, aber aus Erfahrungen in anderen Ländern mit ähnlichen Modellen ist eine Beteiligung von 10 bis 20 Prozent der Belegschaft realistisch“, sagt Corporate- Citizenship-Leiterin Sánchez Marín.

Die höchste Beteiligungsquote bei einem der bisher sechs teilnehmenden Unternehmen liegt laut „Deutschland rundet auf“ aktuell bei 75 Prozent der Belegschaft. „Unsere realistischen Erwartungen liegen im Schnitt bei 25 bis 35 Prozent zum Start, bei einer sukzessiven Erhöhung über den weiteren Verlauf der Aktion“, sagt Geschäftsführerin Jäcker.

Eigenes Benutzerkonto für die teilnehmenden Mitarbeiter

Damit das Ziel erreicht wird, bemüht sich „Deutschland rundet auf“, die Handhabung für Unternehmen und Mitarbeiter so einfach wie möglich zu halten. Für die teilnehmenden Mitarbeiter kann ein eigenes Benutzerkonto auf einer Plattform der Initiative angelegt werden. Die Plattform ist browserbasiert, so dass die Abwicklung für das Unternehmen unabhängig von der Lohnbuchhaltung stattfindet und die Mitarbeiter auch außerhalb ihres Arbeitsplatzes Zugriff auf ihr eigenes Profil haben. Daneben sind einfache individuelle Lösungen für jedes mitwirkende Unternehmen, zum Beispiel via Intranet oder auch ganz klassisch per Rundschreiben oder E-Mail, integrierbar.

Bei der Auswahl der geförderten Projekte haben die teilnehmenden Unternehmen unter den zuvor zertifizierten Projekten eine Auswahlmöglichkeit, um Förderschwerpunkte zu setzen, die die eigene Corporate-Citizenship-Strategie unterstützen. Henkel hat sich für die Projekte „Teach First Deutschland“, „Brotzeit“ und „Falkenflitzer“ entschieden.

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