14.06.2017 | Von Die Stiftung

Auch Stiftung für Konsumentenschutz will im VW-Skandal klagen

Bereits über 100.000 Halter von VW-Diesel-Motoren haben sich nach eigenen Angaben der „Stichting Volkswagen Car Claim“ bereits zusammengefunden. (Urheber: Bernd Kasper/pixelio.de)

Schon vor knapp einem Jahr bekam die in Holland ansässige Stiftung „Stichting Volkswagen Car Claim“ Unterstützung durch die Stiftung für Konsumentenschutz (die-stiftung.ch berichtete). Mit mittlerweile über 100.000 Teilnehmern aus 28 Nationen ist die Organisation die weltweit grösste Sammelaktion von Betroffenen des Dieselskandals. Das Ziel, Entschädigungen über außergerichtliche Vergleichsverhandlungen zu erlangen, wurde bisher nicht erreicht: VW habe jedes Verhandlungsgespräch gegenüber dieser großen Gruppe verweigert, meldete das Schweizer „Tagblatt“.

In den USA hätten VW-Kunden einen Schadenersatz von bis zu 10.000 Dollar erhalten oder ihr Fahrzeug zurückgeben können. Ziel sei es, dass geschädigte Autobesitzer in Europa gleich behandelt werden wie in den USA, sagte Sara Stalder, Geschäftsleitern der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), am Dienstag an einer Pressekonferenz. Dies meldeten die „Handelszeitung“ und das „Tagblatt“.

Schon Anfang Mai kündigte Volkswagen Car Claim an, ihre Gangart zu verschärfen (die-stiftung.de berichtete). Nun bereiten sie sich auf einen Klageweg vor. Auch die SKS wolle den Druck aus der Schweiz verstärken und prüfe rechtliche Schritte. Es sollen Klageaktionen durchgeführt werden, geschädigte Konsumenten sowie kleine und mittlere Unternehmen können sich für das Klageprojekt anmelden.

Einen Haken gibt es allerdings: Im Gegensatz zu den USA fehlt in Europa das Instrument der Gruppenklage. Die Geschäftsleitern der SKS erklärte gegenüber der Handelszeitung, dass sich der VW-Konzern deshalb in Sicherheit wiege und sich bisher geweigert habe, im europäischen Raum in Verhandlungen mit Anwälten zu treten. Alexander Amann, Partner bei Schwärzler Rechtsanwälte und Mitstreiter bei der SKS, erläuterte, dass gleichartige Ansprüche trotzdem gebündelt geltend gemacht werden können: Im Extremfall könnten alle knapp 180.000 betroffene Fahrzeughalter aus der Schweiz in einer einzigen Klage gegen VW aufscheinen, wahrscheinlicher seien aber mehrere Musterprozesse.

www.stichtingvolkswagencarclaim.com

www.konsumentenschutz.ch

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