25.01.2018 | Von Tobias Anslinger

100 Jahre Deka: Vom Geldvermittler zum Wertpapierhaus

Die Sparkassen feiern am 1. Februar den 100. Geburtstag der Deka. Genau genommen ist es der 100. Geburtstag der Deutschen Girozentrale, denn die „Deutsche Kapitalanlagegesellschaft“ wurde erst 1956 gegründet. Stiftungen wurden erst in den vergangenen Jahren zur relevanten Zielgruppe.

Deka Anteilschein Deka Fonds I
Ein Anteilschein des Deka Fonds I. Er war der erste Fonds des Geldhauses und wurde am 26. November 1956 aufgelegt. Foto: Deka

Da oder dort fehlt noch die richtige Beleuchtung, ein paar redaktionelle Überarbeitungen noch und einmal feucht durchwischen – dann ist alles fertig. „Menschen – Wirtschaft – Verantwortung“ steht da in großen Lettern. Am 1. Februar wird die Deka 100 Jahre alt und hat zu diesem Anlass eine Ausstellung im ehemaligen Tresor im Keller des Trianon-Gebäudes im Frankfurter Bankenviertel gestaltet, die die Geschichte des Bankhauses nachzeichnet. Eine Handvoll Journalisten erhielt schon ein paar Tage vor den offiziellen Feierlichkeiten einen Einblick in den „Erlebnisraum“, wie die Deka die Ausstellung nennt.

Die „Dekabank Deutsche Girozentrale“, wie das Geldhaus mit vollem Namen heißt, nahm ihr Geschäft am 1. Februar 1918 in der Berliner Gertraudenstraße mit fünf Mitarbeitern auf, zunächst einmal nur als unselbstständige Deutsche Girozentrale (DGZ). Zweck der Anstalt: den Geldausgleich zwischen Sparkassen und Girozentralen organisieren und den bargeldlosen Zahlungsverkehr fördern. Die Bilanzsumme betrug umgerechnet 500 Millionen Euro. Nach Bankenkrise und Zwangsverordnungen erhielt die DGZ 1931 schließlich ihre rechtliche Selbständigkeit.

Von Berlin über Düsseldorf zur Deka nach Frankfurt

Während des Nationalsozialismus ab 1933 war die Aufgabe der DGZ in erster Linie, Geld für die Rüstung und Kriegsführung einzusammeln. Das Geldhaus wurde gleichgeschaltet. Nach Ende des Krieges hatte es dann ein geographisches Problem: Die Gertraudenstraße lag im Ostteil Berlins. Deswegen musste die DGZ 1945 ihre Arbeit einstellen und wurde am 1. Mai 1949 schließlich enteignet. Sie verlegte ihren Sitz nach Düsseldorf, wo rund sieben Jahre später durch die DGZ und elf Girozentralen am 17. August 1956 die Deutsche Kapitalanlagegesellschaft (Deka) gegründet wurde. Der Grundstein für das Investmentsparen war gelegt. „Deka Fonds I“ hieß der erste, am 26. November desselben Jahres aufgelegte Fonds. Der erste offene Immobilienfonds wurde 1967 Realität – mit anfänglich zwei Immobilien.

Diesen Fonds managte die DGZ aber schon nicht mehr aus Düsseldorf heraus: Denn zwei Jahre zuvor, 1965, erfolgte der Umzug „in die Frankfurter Freiheit“, wie der spätere Sparkassenpräsident Ludwig Poullain formulierte.

Fusion DGZ und Deka als Impuls für Investmentgeschäft

Am 1. Januar 1999 kam dann der Zusammenschluss: DGZ und Deka, mittlerweile auch mit Banklizenz ausgestattet, fusionieren zur DGZ Dekabank. Einer, der die Fusion ab 1997 massiv forcierte, war der damalige DSGV-Präsident, der spätere Bundespräsident Horst Köhler. Nach der Fusion wurde vor allem das Investmentgeschäft für institutionelle Anleger stark ausgeweitet und auch entsprechend öffentlich positioniert. „Deka Institutionell“ ist heue eine eigene Submarke innerhalb der Deka-Gruppe. Unter dieser Bereich läuft auch das Investment- und Beratungsgeschäft mit Stiftungen, das sich nach Angaben des Vertriebsleiters für die Institutionellen Kunden in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat: „Das Volumen von Stiftungen in Publikums- und Spezialfonds beträgt aktuell ca. 6,2 Milliarden Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat sich ihr Volumen verdoppelt“, sagt Lorne Campbell. Wie viele Anbieter momentan am Markt schreibt sich auch die Deka „besonderes Know-how“ in Sachen Nachhaltigkeit zu: „Die Kombination aus einer konservativen Investitionsbasis und einer klar begrenzten, risikobewussten Beimischung etwas offensiverer Wertpapiere kann die Grundlage für ein attraktives Rendite-Risiko-Profil bilden“, so Campbell.

Bundespräsident Steinmeier kommt am 1. Februar

Für die breite Öffentlichkeit wird der neue Deka-Geschichtsraum allerdings eher nicht zu sehen sein. Vielmehr sollen sich die einzelnen Sparkassen dort gelegentlich mit ihrer Geschichte befassen können. Und Vertriebsmitarbeitern bietet die Ausstellung die Möglichkeit, ihren Kunden die Bank – im wahrsten Sinne des Wortes – zu veranschaulichen. Die Festrede auf die Deka am 1. Februar wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halten.

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