23.01.2018 | Von Die Stiftung

„Entscheidend ist die breit gestreute Asset-Allokation“

Im Interview mit André Zander, Mitglied Kompetenzteam Gemeinnützige Institutionen der Deka, über Folgen des novellierten Investmentsteuergesetzes und Anlageherausforderungen für Stiftungen

Asset-Allokation André Zander
André Zander gehört dem „Kompetenzteam gemeinnützige Organisationen“ der Deka an. Foto: Deka

DIE STIFTUNG: Die Deka hat angekündigt, im Zuge der Novellierung des Investmentsteuergesetzes exklusive Tranchen für gemeinnützige Investoren aufzulegen. Für welche Fonds mit welchem Risikoprofil planen Sie das?
André Zander: Wir werden für unsere Fonds Deka-Stiftungen Balance, Deka-Institutionell Stiftungen, Deka-Kommunal Euroland Balance und Deka-Kirchen Balance, die primär für steuerbefreite Anleger aufgelegt wurden, exklusive Tranchen für gemeinnützige Investoren auflegen. Dadurch müssen diese Investoren nicht selbständig ein Verfahren zur Rückerstattung der Körperschaftsteuer anstoßen, sondern profitieren vom automatischen Erstattungsverfahren. Die erwirtschafteten Erträge verbleiben ohne Steuerabzug im Fonds und können direkt wieder gewinnbringend angelegt werden. Alle aufgeführten Fonds sind quantitative Mischfonds, die fundamental-regelbasiert gesteuert werden. Sie unterscheiden sich in erster Linie im Anlageuniversum (Eurozone oder global) und in der Höhe der maximalen Aktienquote (15 bis 40 Prozent).

DIE STIFTUNG: Werden Sie im Zuge dieses Angebots versuchen, Stiftungen einen neuen Investment-Kosmos zu eröffnen, also auch Assetklassen einzubinden, denen viele Stiftungen bislang reserviert gegenüberstanden?
Zander: Wir haben bereits im Dezember 2014 den Deka-Institutionell Stiftungen aufgelegt und damit den Anlagehorizont für unsere Stiftungskunden maßgeblich erweitert. Der Fonds kann auch die Chancen von Unternehmensanleihen sowie Aktien und Anleihen aus Schwellenländern nutzen.

DIE STIFTUNG: In Ihren stiftungsgeeigneten Fonds Deka-Kommunal Euroland Balance und Deka-Stiftungen Balance ist die Aktienquote aktuell auf 30 Prozent limitiert, die zuletzt nicht ausgeschöpft wurde. Welche Sichtweise liegt dieser Strategie zugrunde?
Zander: Die Aktienquote wird in beiden Fonds aktiv im Bereich zwischen null und 30 Prozent gesteuert. Beide Fonds hatten Anfang November eine hohe Aktienquote von 27,5 Prozent beziehungsweise 26,7 Prozent, da unsere Modelle Aktieninvestments momentan als attraktiv einschätzen.

DIE STIFTUNG: Ende Oktober hat die EZB die Halbierung ihres Anleihekaufprogramms zum Januar angekündigt. Ist das für Sie der Anfang der Zinswende mit entsprechendem Kursrisiko insbesondere für Anleihen und aus Ihrer Sicht das Signal für Stiftungen, vermehrt in andere Assetklassen zu allokieren?
Zander: Die aktuell niedrigen Leitzinsen und fortgesetzten Reinvestitionen durch die EZB dürften nicht ausreichen, die Renditen langlaufender Bundesanleihen dauerhaft auf ihren derzeitigen Niveaus zu fixieren. Der Anstieg dürfte verhalten bleiben, solange die Nettokäufe der EZB noch laufen. Wir erwarten auf Sicht von zwölf Monaten einen Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 0,90 Prozent. Im Rentenbereich empfehlen wir daher eine Positionierung in mittelfristige Laufzeiten. Entscheidend für den sicherheitsbewussten Stiftungskunden wird eine breit gestreute Asset-Allokation sein. Neben einer höheren Aktienquote empfehlen wir auch eine Beimischung von Unternehmensanleihen und Emerging-Markets-Anleihen. Hierbei favorisieren wir Fondslösungen, um die Bonitätsrisiken breit zu streuen.

Zur Person: André Zander gehört dem „Kompetenzteam gemeinnützige Organisationen“ der Deka an, das neben der eigentlichen Anlageentscheidung Stiftungen auch in Fragen der Transparenz und Nachhaltigkeit berät.

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