23.07.2014 | Von Die Stiftung

„Es kommen regelmäßig neue Stiftungen dazu“

DIE STIFTUNG: Stiftungsfonds des Jahres – was waren in Ihren Augen die Kriterien, die dazu beigetragen haben?
Susanne Korhammer: Eine wichtige Rolle spielt sicher, dass der Fonds damals aus der Praxis heraus gemeinsam mit Stiftungen entwickelt wurde. Zudem ist er einer der wenigen Publikumsfonds, die ein Wertsicherungskonzept enthalten, das seine Sattelfestigkeit auch durch die verschiedensten Kapitalmarktphasen hindurch bewiesen hat. Sicherlich wurden wir aber vor allem an den Ergebnissen gemessen.

DIE STIFTUNG: Wertentwicklung ist aber das eine, wenig Volatilität das andere. Wie schaffen Sie den Spagat?
Korhammer: Unser Value-at-Risk-basiertes Konzept der Wertsicherung errechnet täglich das noch verfügbare Risikobudget und gibt so dem Fondsmanager rechtzeitig Hinweise zur Steuerung des Marktrisikos. Das Konzept ist allerdings nicht statisch, sondern ermöglicht auch nach einer erfolgten Vollsicherung im Stressfall einen Wiedereinstieg bei Erholung der Märkte. Dies ist nicht als Garantie zu verstehen, diszipliniert jedoch den Fondsmanager zusätzlich in der Steuerung der eingegangenen Risiken. Die Volatilität spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir wissen, dass für viele Anleger eine geringe Schwankungsbreite ein wichtiges Kriterium ist, daher versuchen wir diese zu minimieren.

DIE STIFTUNG: Stichwort Kosten: Diese sind absolut im Rahmen, woher kommt hier die Zurückhaltung?
Korhammer: Zum einen verfügen wir nicht über ein breites Vertriebsnetzwerk, das Kosten verursacht. Wir bezahlen keine Bestandprovisionen wie viele andere Banken. Dies wirkt sich alles positiv auf die Kosten aus. Zudem sind wir als familiengeführte Privatbank durch unsere Eigentümer, der Familie Oetker, die selbst über Stiftungen verfügt, mit dem Thema Stiftungen eng verbunden. Eine Gesamtkostenquote von deutlich über 1% wie bei vielen anderen Stiftungsfonds ist meines Erachtens nicht vertretbar.

DIE STIFTUNG: Wie sind Sie nun aktuell im Portfolio aufgestellt?
Korhammer: Wir sind mit der Entwicklung im Jahr 2014 bisher zufrieden – es läuft – wie es im Westfälischen so schön konservativ zurückhaltend heißt: ordentlich. Per Ende Mai haben wir eine Entwicklung von knapp 5% im Gesamtmandat erreicht. Damit kann man sagen, dass wir uns hier auf einem guten Weg befinden und selbst Belastungen wie die Ukraine-Krise bisher gut gemeistert haben. Die aktuelle Aktienquote beträgt derzeit circa 21% und ist damit noch nicht voll ausgeschöpft.
Das Thema einer weiterhin dynamischen Peripherie mit deutlichen Gesundungstendenzen vor allem in Spanien hat sich auch nach diversen Gesprächen in den letzten Wochen seitens des Portfoliomanagements mit verschiedenen spanischen Unternehmen deutlich verstärkt. Deutschland ist zwar ein Zugpferd, unser Aktienmarkt ist aber eben weitaus weniger dynamisch und auch immer wieder stärker belastet bei Spannungen in Osteuropa.

DIE STIFTUNG: Mit welcher Ausschüttung können Stiftungen angesichts dessen rechnen?
Korhammer: Vom aktuellen Niedrigzinsumfeld werden leider auch wir nicht verschont. Aber nachdem wir die Ausschüttung bereits vor längerer Zeit dem Umfeld angepasst haben, rechnen wir mit Fondsgeschäftsjahresende im Juli wieder mit der gleichen Ausschüttung wie im letzten Jahr. Voraussichtlich können Stiftungen damit mit rund 2% kalkulieren.

DIE STIFTUNG: Wie homogen ist die Anlegerschaft im Fonds?
Korhammer: Im Fonds sind inzwischen über 30 Stiftungen investiert. Kleine Stiftungen, aber auch größere Stiftungen, beispielsweise sogar mit Treuhandstiftungen. Aber auch kirchliche Anleger gehören zu unseren Kunden im Fonds. Das erfreulichste ist, dass regemäßig neue Stiftungen hinzukommen, das Fondsvolumen hat sich aufgrund der guten Entwicklung in der letzten Zeit verdoppelt. Für uns ist es andererseits aber auch wichtig, dass der Kreis der Investoren so homogen wie möglich ist und Stiftungen das Angebot auch nutzen. Daher ist der Fonds auch explizit und namentlich als Stiftungsfonds bezeichnet.

DIE STIFTUNG: Jüngst waren Sie ja auch auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg zugegen. Was war Ihr Eindruck, wie Stiftungen mit dem Thema Stiftungsfonds umgehen?
Korhammer: Die meisten Vorträge zum Thema Kapitalanlage waren eher allgemein gehalten, durch die Fülle der am Markt angebotenen Stiftungsfonds müssen sich die Stiftungen meist noch allein durchkämpfen. Erfreulicherweise wird das Problem aber vor allem von „Die Stiftung“ angegangen und Portale und Informationsveranstaltungen werden angeboten, bei denen sich die Anleger detailliert über die Fonds informieren können.

DIE STIFTUNG: Letzte Frage: Wenn Sie einen Wunsch hätten, was soll man in fünf Jahren über Ihren Fonds in der Zeitung lesen?
Korhammer: Der LAM-Stifterfonds wird zum 5. Mal in Folge Stiftungsfonds des Jahres (schmunzelt).

DIE STIFTUNG: Dafür wünschen wir Ihnen viel Erfolg, haben Sie vielen Dank für Ihre Anmerkungen.

Das Interview führte Tobias Karow.

 

Korhammer swSusanne Korhammer ist bei Lampe Asset Management als Kundenbetreuerin für Stiftungen und kirchliche Anleger verantwortlich. Die zertifizierte Stiftungsberaterin (EBS) ist ebenfalls Spezialistin für Stiftungsfonds.

Lesetipp: Informationen  zum LAM-Stifterfonds-Universal finden Sie hier.

 

 

 

 

Über Fragen, Anregungen oder Kritik freut sich Verlagsleiter und Stiftungsfondsexperte Tobias Karow unter karow@die-stiftung.de

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