08.05.2015 | Von Die Stiftung

Neues vom FondsFischer

Am 16. April trafen sich etwa 50 Investoren, die in mich investiert haben. 50 Anleger, die mein Konzept gut fanden und sich davon eine stetige Rendite in Zeiten niedrigster Zinsen erwarten. Scheinbar konnte ich viele Erwartungen erfüllen. Wer ich bin? Der BKC Treuhand Portfolio, ein stiftungsgeeigneter Mischfonds, und so erlebte ich den ersten Investorentag in Paderborn.

Am 16. April trafen sich etwa 50 Investoren, die in mich investiert haben. 50 Anleger, die mein Konzept gut fanden und sich davon eine stetige Rendite in Zeiten niedrigster Zinsen erwarten. Scheinbar konnte ich viele Erwartungen erfüllen. Wer ich bin? Der BKC Treuhand Portfolio, ein stiftungsgeeigneter Mischfonds, und so erlebte ich den ersten Investorentag in Paderborn.
Von Tobias M. Karow

Mein Manager, Bernhard Matthes, wusste in seinem Vortrag gleich das allgemeine Umfeld sehr präzise einzuordnen. Er wies darauf hin, dass der Anlagenotstand wächst, indem zum Beispiel selbst für bis zu siebenjährige Anleihen negative Renditen an der Tagesordnung sind. „Fünf- bis siebenjährige Anleihen sind aber das gewöhnliche Anlagehabitat einer Stiftung“, führte Matthes weiter aus. Auch ist er überzeugt, dass die aktuelle Phase einer finanziellen Repression gleichkommt und aus Goethes Faust durchaus eine Weisheit für die Neuzeit abgeleitet werden kann. Im zweiten Teil heckt Mephisto einen Plan aus, durch Drucken von Geld die Finanznöte des Kaisers zu lösen. Doch: Das Drucken von Geld löst nicht die Probleme, es setzt nur ökonomische Gesetze außer Kraft. Matthes wagte auch den Blick über den Tellerrand und zeigte eine Folie, die unterschiedliche hypothetische Währungsunionen miteinander verglich. Jede nur denkbare Kombination von einzelnen Staaten zu einer Währungsunion auf dieser Erde würde besser „funktionieren“ als die Eurozone. Mein Manager belegte, wie tief die strukturellen Friktionen in Europa sitzen – und wo es noch echte Risikoprämien zu vereinnahmen gilt: in den Emerging Markets. Das erfüllt mich mit Stolz, genau hier kann ich zeigen, wie gut ich bin.

Nachhaltigkeit als Prinzip und Haltung
Hier sind gewisse Teile meines Vermögens investiert, weil die fundamentale Situation in vielen Schwellenländern mittlerweile besser ist als jene in Europa. Zwar prosperiert Deutschland, aber im Zuge dessen sind eben auch die Anleihekurse auf Rekordhoch und die Renditen entsprechend auf Rekordtief. Matthes erklärte dann auch, wie Rentenpapiere aus den Emerging Markets in mein Depot wandern. Jedes Papier muss durch einen Nachhaltigkeitsfilter, Matthes und sein Team durchleuchten also nicht nur die Aktien, die für mich gekauft werden, sondern auch die Anleihen. Staaten, welche die Todesstrafe nach wie vor einsetzen, oder aber die Rechte der Arbeiter nicht entsprechend verteidigen, fallen hier schnell durch den Rost. Bei den Aktien muss ein Unternehmen eben einfach eine nachhaltige Firmenpolitik fahren, angefangen bei der Entwicklung bis hin zur Wertschöpfungskette und dem fertigen Produkt. Alles muss nachhaltigen Prämissen unterworfen sein. Mein Namensgeber, die Bank für Kirche und Caritas (BKC), kennt sich da sehr gut aus. Seit jeher lebt sie Nachhaltigkeit, weiß um die Vorzüge, wenn Nachhaltigkeit keine Hülle sondern ein Prinzip ist, auf dessen Basis dann Werte gedeihen können.

Szenarien in der Einzelkritik
Bernhard Matthes hätte noch Stunden über mich reden können, aber er machte dort einen Punkt, wo die Gäste, also vor allem Stiftungen, nach ordentlichen Erträgen fragten. Dass die Dividende der neue Zins ist, ist für meinen Manager absoluter Quatsch. Ein stiftungsgeeigneter Fonds, so wie ich einer bin, sollte sein Fundament auf Anleihen und Aktien bauen, und nicht opportunistisch mit Aktienquoten „spielen“. Wenn nun aber das Anleiheuniversum in Europa nicht mehr genug Qualität liefert, dann gilt es den Blick zu weiten. Für mich klingt das schlüssig, und meine Ergebnisse scheinen diese Sichtweise auch zu bestätigen. Zum Abschluss zeigte Matthes dann noch eine Folie, die noch einmal zu Diskussionen anregte: Es war eine Berechnung was mit mir passiert, wenn Szenario x oder Szenario y an den Märkten passiert. In fast allen Phasen schaffe ich es, immer noch eine recht gute Figur zu machen. Für fast alle Szenarien bin ich in der Lage, das Vermögen zu konservieren und Verluste weitestgehend zu vermeiden. Dies sei auch das Erfolgsgeheimnis echter nachhaltiger Kapitalanlage, war der Tenor auf der dann folgenden Diskussion.

Nicht den Moden nachlaufen
Neben meinem Manager Bernhard Matthes nahmen hieran noch Klaus-Dieter Erdmann, Geschäftsführer der Multi Manager GmbH, und Dr. Helge Wulsdorf, Nachhaltigkeitsexperte bei der BKC, teil. Für alle drei war klar, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Hülle, sondern ein Prinzip sein müsse. Erdmann bezog dies auf Fonds, indem er davor warnte, jedem vermeintlich nachhaltigen Produkt hinterherzulaufen. Mancher Fonds weise zwar im Titel etwa auf ein ökologisch orientiertes Anlageuniversum hin, könne diese Erwartungen aber nicht erfüllen und falle unter die Gruppe der teilweise modegetriebenen Branchenfonds. Vermögensverwaltende Konzepte jedoch, und von diesen seien einige mehr als stiftungsgeeignet, würden sich keinen Moden hingeben und damit nachhaltig Erträge produzieren oder zumindest Kapital erhalten. Für Erdmann gehört Nachhaltigkeit zu denjenigen Dingen, die eine Stiftung für sich in eine übergeordnete Vermögenkomposition einbetten muss.

Nachhaltigkeit heißt auch Wirkung
Dem stimmte auch Dr. Helge Wulsdorf zu. Wulsdorf ist bei uns im Haus quasi der Vordenker der Nachhaltigkeitsstrategie, die auch meiner Asset Allokation zugrunde liegt. Wulsdorf ist sich sicher, dass Nachhaltigkeit keine Rendite kostet, sondern eher im Gegenteil positive Effekte auf den Ertrag hat. Das sieht man ja auch an mir.

Für Wulsdorf muss die Diskussion um die nachhaltige Geldanlage, auch in Fonds, viel grundsätzlicher geführt werden. Nachhaltigkeit ist auch eine Haltung, die Eingang findet in das Fondsmanagement. Beispielsweise kann Vieles, was derzeit in Europa gemacht wird, als nicht mehr nachhaltig angesehen werden, da hier intergenerationell Vermögenswerte in ihrer Existenz bedroht sind, durch Niedrigzins und Gelddruckerei. Automatisch verändert sich durch diese Einschätzung das investierbare Anlageuniversum. Grundsätzlich bedeutet das für Wulsdorf auch, nachhaltiges Investieren unter dem Aspekt der Wirkung zu betrachten. Stiftungen müssen den Wirkungsaspekt gerade in Zeiten niedriger Zinsen im Auge haben. Nachhaltigkeit und deren Prinzipien können hier ein guter Wegweiser sein.

Fazit
Mir hat er gut gefallen, der erste Tag für meine Investoren. Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie Warren Buffet, zu dem Tausende kommen, wenn er seinen Investorentag in Omaha abhält. Ich freue mich schon auf die zweite Auflage. Gelernt habe ich, dass Nachhaltigkeit, so wie sie bei mir gelebt wird, keine Selbstverständlichkeit ist, sie muss auch von meinem Manager gelebt werden. Nur dann ist ein Fondskonzept authentisch. Und wenn ich auf den Investorentag zurückschaue, dann würde ich sagen, ich bringe Einiges mit, was mich zu einem authentischen Fonds macht.

Hinweis: Der erste BKC-Investorentag fand am 16. April in Paderborn in den Geschäftsräumen der Bank für Kirche und Caritas (BKC) statt. Die Veranstaltung wurde von „FondsFischer“ Tobias M. Karow, Verlagsleiter DIE STIFTUNG, moderiert. Der BKC Treuhand Portfolio gehört zu den stiftungsgeeigneten Mischfonds, die in der Übersicht zu Stiftungsfonds in DIE STIFTUNG berücksichtigt und demnach regelmäßig analysiert werden.

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