04.11.2014 | Von Die Stiftung

Tipps zu Auswahl und Kauf von Investmentfonds

10.000 Punkte Allzeithoch im Dax – und kaum jemand ist dabei. Namentlich Stiftungen bevorzugen nach wie vor Rentenpapiere, obgleich gerade diese in den letzten Jahren sehr deutlich ihr Risikopotenzial offenbarten. Der Index für Mittelstandsanleihen verlor seit 2011 rund 13% und Staatsanleihen sind entweder nahe der Nullverzinsung oder dem Ausfall.
Das soll jetzt nicht heißen, dass die eine Anlageklasse gut und die andere schlecht wäre. Beide haben ihre Berechtigung, und wie immer im Leben geht es um die richtige Mischung und ein gutes Timing.
von Florian Wagner

Warum sich Investments in Fonds gerade für Stiftungen empfehlen:

Insbesondere Stiftungen sind angewiesen auf möglichst schwankungsarme, sichere Anlagen bei gleichzeitig einträglicher Rendite. Dies ist gerade in extremen Niedrigzinsphasen ein schwer aufzulösendes Problem, zumindest wenn die Investoren auf die Anlageklasse Renten fixiert sind.
Da nur die größten Stiftungen über eine professionelle Vermögensverwaltung mit dem nötigen Research verfügen, sind Fonds eine gute Möglichkeit der Vermögensanlage für kleinere Stiftungen. Fondsprofis bieten ihnen die nötige Kompetenz, in die richtigen Assetklassen und Wertpapiere in der idealen Mischung zu investieren. Über Fonds haben sie gezielt Zugriff auf ihre Expertise z.B. des Anleihemarktes oder spezieller Themen wie Nachhaltigkeit. Zudem bieten gut verwaltete aktive Fonds, insbesondere sogenannte vermögensverwaltende Fonds, die sehr flexibel in alle Anlageklassen investieren, einen gewissen Schutz gegen Marktschwankungen und Klumpenrisiken. Zusätzlich spart das Investment in Fonds Transaktionskosten im Vergleich zum Kauf einer breit gestreuten Anlage in Einzeltiteln. Außerdem sind Investmentfonds immer Sondervermögen und dadurch insolvenzgeschützt, im Gegensatz zu Bargeldbeständen oder Zertifikaten.
Richtig ausgewählte Fonds stellen daher eine sehr sinnvolle Anlagemöglichkeit dar, insbesondere für alle, die weder über die Zeit noch die Kompetenz verfügen, sich intensiv um ihre Anlagen zu kümmern.

Der richtige Einkauf

Gerade bei Fonds ist der Einkauf sehr wichtig, können sich doch hier bereits viele Kosten verstecken. Daher empfiehlt es sich, nicht nur auf das Produkt, sondern auch den Einkaufsweg sowie die weiteren Kosten zu achten:

1. Produktauswahl
Derzeit werden ca. 30.000 Fonds in Deutschland angeboten, zusätzlich nochmals einige tausend ETFs. Bei dieser unübersichtlichen Anzahl ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass der jeweilige Anbieter auch immer die besten und nicht allein die für ihn provisionstechnisch günstigsten Fonds offeriert.
Insbesondere für Stiftungen, die über kein eigenes professionelles Vermögensmanagement verfügen, empfehlen sich vermögensverwaltende Fonds, die in alle Assetklassen anlegen können und je nach Marktlage stärker in Aktien, Anleihen oder Festgeld investieren. Das entbindet sie von der Beurteilung der jeweiligen Marktlage und der schwierigen Auswahl der einzelnen Wertpapiere.
Zusätzlich können mit kleineren Beträgen über Fonds einfach und gezielt Investments in aussichtsreiche Spezialthemen wie erneuerbare Energien oder Nachhaltigkeit getätigt werden.

2. Kosten
Bei Fondskauf und Verwahrung entstehen immer Kosten. Folgende Gebühren kommen dabei zum Tragen:

  • Ausgabeaufschlag zwischen 0 und 6% der anzulegenden Summe
  • Verwaltungsvergütung zwischen ca. 0,2% bei ETFs bis hin zu 2% und mehr zur Vergütung des Fondsmanagements und des Vertriebs
  • weitere fondsinterne Kosten wie Depotbankgebühr, Transaktionskosten etc., zusammengefasst mit der Verwaltungsvergütung zur Total Expense Ratio (TER)
  • Gebühren bei Kauf und Verkauf der Fonds
  • Depotgebühren für die Verwahrung der Fonds von 0 bis mehr als 1%.

Die meisten Kosten sind verhandelbar und können bei den verschiedenen Einkaufswegen sehr unterschiedlich ausfallen.

3. Einkaufswege
Die Hausbank berät bei der Anlage, bietet aber oft die hauseigenen Produkte und nicht immer die besten und passendsten Fonds an. Der Ausgabeaufschlag ist hier beinahe obligatorisch. Neben Fonds können alle anderen Wertpapiere im gleichen Depot verwahrt werden, auch Festgelder. Die Kosten für Beratung und Filialbankservice sind allerdings mit Abstand die höchsten.
Der Einkauf direkt bei der Fondsgesellschaft ist kostenfrei, allerdings auch ohne Beratung. Sie können dort ausschließlich hauseigene Fonds kaufen.
Vermögensverwalter und Fondsvermittler bieten über Fondsplattformen ein relativ großes, unabhängiges Angebot an Fonds mit Beratung. Allerdings gibt es hier weder die Möglichkeit, ETFs oder andere Wertpapiere zu erwerben, noch Cashbestände zu verwahren. Zudem richtet sich das Angebot meist an Privatanleger.
Direktbanken bieten das gesamte Fondsangebot und darüber hinaus auch die Möglichkeit, alle anderen Wertpapiere zu erwerben und in einem Depot zu verwahren. Die Gebühren sind moderat, Tages- und Festgeld oft über Marktniveau. Ausgabeaufschläge werden gewöhnlich bei institutionellen Kunden nicht erhoben.

Stiftungsdepots bestehen in der Regel aus Festgeld und Anleihen, hinzu kommen eventuell weitere Wertpapiere, wie Aktien oder eben auch Fonds. Es ist daher absolut empfehlenswert, möglichst alle Assetklassen über eine Einkaufsstelle beziehen und in einem Depot verwahren zu können. Das spart Kosten, aber noch entscheidender ist, dass es die Verwaltung des Vermögens deutlich einfacher und transparenter gestaltet.

Grafik Investmentfondskauf
Quelle: DAB bank AG

Fazit:

Fonds, insbesondere vermögensverwaltende Produkte oder spezielle Stiftungsfonds, eignen sich sehr gut für Stiftungsportfolios. Beim Einkauf empfiehlt es sich, auf ein unabhängiges, umfassendes Angebot zu achten und auf die Möglichkeit, auch alle anderen Assetklassen über einen Einkaufsweg beziehen zu können, da sich dadurch der Verwaltungsaufwand erheblich verringern lässt. Überdies lohnt ein Blick auf die Kosten, die sich stark unterscheiden können. Allein der Wegfall des Ausgabeaufschlags macht sich spürbar in der Rendite bemerkbar. Die oft teuer bezahlte Beratung lässt sich häufig durch kurze Recherche auf geeigneten Internetportalen wie Morningstar ersetzen.

 

FloDAB-Florian-Wagnerrian Wagner verantwortet das Geschäft mit institutionellen Kunden und Stiftungen der DAB Bank AG. Das Geschäft mit Investmentfonds kennt er seit 20 Jahren. Die DAB bank AG bietet neben dem Retailgeschäft umfassende, speziell auf institutionelle Kunden wie Stiftungen zugeschnittene Services und ein eigenes Stiftungsteam.

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