21.07.2014 | Von Die Stiftung

Zwischen Rendite und Knowhow besteht ein Zusammenhang

Der STIIX – Index für Stiftungen wertet Monat für Monat Umfrageergebnisse zur Anlage des Stiftungsvermögens aus und betrachtet dabei auch jedes Mal ein spezielles Thema. In der Juni-Umfrage lag der Fokus auf dem Knowhow der Stiftungsverantwortlichen.

Der STIIX – Index für Stiftungen wertet Monat für Monat Umfrageergebnisse zur Anlage des Stiftungsvermögens aus und betrachtet dabei auch jedes Mal ein spezielles Thema. In der Juni-Umfrage lag der Fokus auf dem Knowhow der Stiftungsverantwortlichen.
von Thomas Ferdinand

 

Erfreulicherweise ist die Rendite der Stiftungen insgesamt im Monat Mai deutlich gestiegen, der Zuwachs betrug 0,67 %. Das Stiftungsvermögen wurde in jeweils 25% Immobilien und Renten, gut 10% Aktien und 40% Liquidität angelegt. Differenziert nach Stiftungsgröße fallen die Zuwächse in der Rendite allerdings höchst unterschiedlich aus, was sich wiederum mit der Zusammensetzung des Vermögens begründen lässt.
Bei Stiftungen mit einem Vermögen bis 500.000 EUR betrug die Liquidität rund 60%, die Anlage in Immobilien und Renten jeweils rund 15% und die Anlage in Aktien weniger als 10%. Die daraus resultierende Rendite liegt für den Zeitraum Januar bis Mai zwischen 0,5% für die Stiftungen bis 100.000 EUR Vermögen und 1% für Stiftungen bis 500.000 EUR Vermögen. Dies hat zur Folge, dass in dieser Größenklasse nur ca. 60% ihren Stiftungszweck erfüllen können.
Stiftungen bis 1 Mio. EUR Stiftungsvermögen legen das Vermögen nur zu knapp 20% liquide an. Jeweils knapp 40% werden in Immobilien und Renten investiert. Die Aktienquote liegt bei unter 10%. Hier beträgt die Rendite seit Jahresbeginn schon über 2%, was sich auch im Grad der Zweckerfüllung niederschlägt, dieser liegt hier bei 100%.
Stiftungen mit einem Stiftungsvermögen ab einer Million EUR legen ca. 20% in Aktien an, jeweils ungefähr ein Drittel in Renten und Immobilien und die verbleibenden ca. 15% in liquider Form. Auch hier reicht der Erfüllungsgrad des Stiftungszwecks an die 100%.
Betrachtet man dazu die Auswertung der Spezialfragen zur STIIX-Umfrage, die sich im letzten Monat mit dem Knowhow der Stiftungsverantwortlichen auseinandergesetzt hat, werden Zusammenhänge deutlich. Bei den kleinen Stiftungen sind fast 80% der Stiftungsverantwortlichen ehrenamtlich tätig. Zudem liegt die Quote derjenigen, die über eine finanzwirtschaftliche Ausbildung oder Studium verfügen bei rund 30%. Ehrenamt und Ausbildung sind dabei unabhängig voneinander. Mit der Größe der Stiftungen nehmen diese Werte zu, so dass bei größeren Stiftungen immerhin fast 70% über einen finanzwirtschaftlichen Hintergrund verfügen. Bei den größeren Stiftungen sind zudem schon rund ein Viertel der Verantwortlichen dort hauptberuflich tätig.
Weiterhin wird deutlich, dass insbesondere diejenigen, die über einen finanzwirtschaftlichen Hintergrund verfügen deutlich öfter an Fortbildungen teilnehmen und auch zukünftig planen, dies zu tun. Interessant daran ist jedoch die Erkenntnis, dass diese Personengruppe auch die höheren Renditen erzielt.

Fazit
Diejenigen, die sich durch Fortbildungen im Vermögensmanagement ständig auf dem Laufenden halten, sollten dies auch weiterhin tun. Ihre Ergebnisse sprechen für sich. Für die übrigen sei gesagt: Es ist absolut lobenswert, dass sich so viele häufig sogar ehrenamtlich im Stiftungssektor engagieren. Allerdings könnten sie sich das Leben etwas einfacher machen. Betrachtet man die professioneller gemanagten Stiftungen erzielen diese von Januar bis Mai eine um 1-2% höhere Rendite. Hochgerechnet auf das Jahr könnten somit 3-4% mehr Rendite erreicht werden. Würden all die Stiftungsverantwortlichen die Vermögensverwaltung in professionellere Hände geben, verursacht dies zwar Kosten, dennoch bleibt eine Steigerung der Rendite zu erwarten, die zweierlei bewirkt: erstens entlastet dies die meist ehrenamtlich Tätigen deutlich und zweitens hilft es, den Stiftungszweck zu erfüllen.

 

Thomas FerdinandThomas Ferdinand hat Abschlüsse in BWL, Estate Planning und Financial Planning und war jahrelang Führungskraft einer deutschen Großbank. Durch die mittlerweile über 20 Jahre praktische Erfahrungen im Bankensektor ist er für die Tätigkeit als Vermögensberater bei der P&S Vermögensberatungs AG prädestiniert. Neben seiner beruflichen Karriere lehrte er als Lehrbeauftragter an der Hochschule Coburg und ist immer noch berufsbegleitend in einem Forschungsprojekt an der Steinbeis-Hochschule Berlin tätig.

 

Lesetipp: Hier finden Sie ein Interview mit Mathias Bohn über den STIIX-Index.

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