10.12.2014 | Von Die Stiftung

Familienstiftung: Definition, Anzahl und Größen

Familienstiftungen umfassen alle Stiftungen deren Destinäre (Begünstigte) in einem familiären Zusammenhang mit dem Stifter stehen. Das Wort „Familienstiftung“ ist eine normale rechtsfähige Stiftung des Privatrechts und keine eigene rechtliche Form.  Sie sind der Prototyp für normal besteuerte, privatnützige Stiftungen. Sollte sie hauptsächlich im Interesse einer Familie oder bestimmter Familien erbaut sein, so unterliegt sie zusätzlich der Erbersatzsteuer. Die Familienstiftung fällt nicht automatisch unter die steuerbegünstigten Stiftungen. Die Abgrenzung ist häufig nicht sicher und umstritten.

In Deutschland sind wahrscheinlich 400 bis 500 Familienstiftungen registriert, die von kleinen vermögensverwaltenden Familienstiftungen und Stiftungen bis zu Stiftungen mit über 1.000 Destinären schwankt. Damit machen sie von den Stückzahlen immerhin bedeutende 4 bis 5% aller Stiftungen aus.

Ablauf und Ziele

Familienstiftungen machen es möglich normale Erbfolgen zu umgehen, um damit Familienvermögen vor Fehlentscheidung, Streit oder wirtschaftlichen Risiken zu schützen. Das Konstrukt der Stiftung macht es möglich jährliche Ausschüttungen gemäß Satzung und Vorstandsbeschluss vorzunehmen. Die Destinäre haben keinen beliebigen Einfluss auf diese Rechtsstellung, da die Satzung die Erbreihenfolge festlegt.

Rechtliche Grundlage

Familienstiftungen unterliegen in erster Linie dem Gesetz zur Modernisierung des Stiftungsrechts aus dem Jahre 2002, welches später in den Paragraphen §§ 80 bis 88 BGB neu gefasst wurde. Zusätzlich gilt das entsprechende Recht des Bundeslandes, in dem eine Stiftung sitzt. Die Landes-Stiftungsaufsichtsbehörde hat eine Familienstiftung anzuerkennen, was geschieht, wenn sie nicht gegen das Gemeinwohl verstößt.

Schließlich können bei der Unterscheidung von Familienstiftung zwei unterschiedliche Arten an Hand der Ausschüttung definiert werden:
Entweder werden die Ausschüttungen an Hand eines festen Satzes an alle Destinäre ausgezahlt (Unterhaltungsstiftung) oder sie gilt ausschließlich für Sonderfälle, wie für die Ausbildung oder für Familienmitglieder in Not.
Die Sätze und Regeln sind in der Satzung formuliert.

Beteiligungsträgerstiftungen und Unternehmensstiftungen

Beteiligungsträgerstiftungen beteiligen sich an Unternehmen, währen Unternehmensstiftungen auch die Leitung von eigenen Unternehmen vornimmt. Hierzu wird häufig ein zusätzliches Gremium gebildet, welches die Vorgänge im Unternehmen kontrolliert.

« Back to Glossary Index