Die Bildungslandschaft in Deutschland sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, in vielerlei Hinsicht. Das Stiftungsfrühstück am 23. September 2014 in Frankfurt am Main wollte unter dem Thema „Aufstieg und Integration durch Bildung“ den Beitrag beleuchten, den Stiftungen hier leisten können.

Andrea Bartl sprach sich für modulare Lösungen aus, um Kindern möglichst individuell gerecht zu werden. Wichtig sei es, ein Kontinuum zu bieten, auf dem die Schüler sich orientieren und entwickeln können. „Deutschland verliert 50% seiner Talente an das dreigliedrige System, weil die Kinder nicht entdeckt werden“, betonte sie. „Die Einbahnstraße „Gymnasium“ Richtung Abitur ist jedoch nicht der einzige Weg.“ Gerade die Berufsausbildung ist eine sinnvolle Alternative, die aber zu wenig geschätzt würde.

Fazit
Klar wurde bei diesem Stiftungsfrühstück auch, welche Aufgabe Stiftungen im Bildungsbereich nicht leisten können: Stiftungen sind nicht und können auch nicht für die Flächenversorgung zuständig sein, das ist Aufgabe des Staates. Außerdem ergibt sich aus einem staatlichen Wohlfahrts-System immer auch ein Anspruch auf Gleichbehandlung und dem Recht aller auf ein (Bildungs-)angebot. Für strukturelle Veränderungen braucht es die Politik. Im nächsten Schritt können Stiftungen dann vieles organisieren und umsetzen. Dr. Becker wies hier darauf hin, dass die Stiftungen in ihrem Eifer die Grenzen ihrer Arbeit dennoch erkennen und respektieren sollten, sonst würden Energie und Ressourcen unnötig verbraucht. Außerdem können Stiftungen es sich frei aussuchen, wen oder was sie fördern möchten. Sie können sich ein Thema herausgreifen und sich darauf konzentrieren; ihre Kernkompetenz einsetzen, um eine Laborsituation zu schaffen und zu erforschen, um Neues auszuprobieren. Wichtig ist dabei die Überlegung – was kann ich als Stiftung besonders gut, und wie kann ich diese Fähigkeit am sinnvollsten einsetzen? Und in einem zweiten Schritt: Welches Problem sollte man am schnellsten angehen?

Sie haben die Freiheit, Geld in neue Ideen ohne „Trackrecord“ zu investieren, und wenn es schief geht, hat man immerhin etwas daraus gelernt. Staatliche Systeme und Träger haben diese Freiheit nicht. Auch diese „molekularen“ Lösungen, die diskutiert wurden, können am Ende strukturell wirken, wenn sie Impulse geben. Stiftungen haben Freiheiten, die sie nutzen sollten. Bildung ist Politik und das Schulsystem folgt strengen Hierarchien, doch man kann klein anfangen und zeigen, dass es möglich ist.

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