Der Konflikt in Syrien und die Flüchtlinge sind sowohl in den Medien als auch in den Köpfen und Gesprächen der Menschen präsent. Weniger gegenwärtig ist den meisten hingegen, welche Herausforderungen Menschen mit Behinderung im Allgemeinen haben, und besonders im Kontext von Flucht, Bürgerkriegen oder Vertreibung. Beim StiftungsDialog „Flucht und Behinderung – Am Beispiel der Nothilfe in Syrien“ standen diese Menschen, ihre Bedürfnisse und auch Lösungsansätze zu ihrer Unterstützung, im Fokus.

Daran konnten Jürgen Reiss, Vorstand der Stiftung Stifter für Stifter, und Thomas Peters, Stifter der Stiftung Sonnenseite, direkt anknüpfen. Weg von dem Klischee, dass Stiften etwas für alte, reiche Männer sei, erläuterten sie, welche Formen möglich sind, um sein eigenes Engagement in Form einer Stiftung – einer eigenen, einer Treuhandstiftung oder eines Stiftungsfonds zu strukturieren. „Stiften ist für jedermann, nicht nur für Schwerreiche, wenn Sie sich dauerhaft einer bestimmen Sache widmen wollen und nicht nur einmalig spenden“, erklärte Reiss. Doch mit der Errichtung der Stiftung sei es nicht getan. Die Stiftung Stifter für Stifter möchte frischgebackene Stifter auch nach der Gründung unterstützen, um gemeinnütziges, bürgerschaftliches Engagement in Deutschland zu fördern. „In Deutschland haben wir die Situation, dass Menschen mit Behinderung und deren Angehörige meist gut versorgt werden und man sich nicht um so vieles kümmern muss. Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen sich kaum um Menschen mit Behinderung gekümmert wird. Daher wollte ich hier etwas tun“, erklärte Thomas Peters, der eine beträchtliche Summe in den kürzlich gegründeten Handicap Stiftungsfonds eingezahlt hat.

Behinderung

Fotograf Till Mayer gab mit seiner Ausstellung teils sehr persönliche Einblicke in die Situation behinderter Menschen. Foto: Anna Singer

Und dass noch genug zu tun ist, wurde in der anschließenden Einführung in die Ausstellung „barriere:zonen“ deutlich, einer Serie von Fotografien aus verschiedenen Regionen der Welt, die Menschen mit Behinderung und ihren täglichen Überlebenskampf zeigen. Ihr Fotograf Till Mayer wurde für sein humanitäres Engagement bereits vielfach ausgezeichnet und arbeitet eng mit verschiedenen Hilfsorganisationen in Krisengebieten zusammen. Er schilderte welch diskriminierenden und menschenunwürdigen Bedingungen gerade die Schwächsten einer Gesellschaft ausgesetzt sind, betonte jedoch auch, welch wertvolle Arbeit humanitäre Hilfsorganisationen und ihre Unterstützer leisten, und ermunterte das Publikum, eigene Ideen und Projekte zu entwickeln oder in Kooperationen andere Hilfsprojekte zu unterstützen. „Meine Mutter hat mir auf die Frage, wieviel ein Mensch wert sei, geantwortet: Unbezahlbar“, sagte er. „Setzen wir uns weiter dafür ein, dass jedem Menschen ein Leben in Würde ermöglicht wird.“ Oder, wie Thomas Schiffelmann es abschließend zusammenfasste: „Arbeiten wir zusammen und engagieren wir uns, damit Menschen mit Behinderung wieder aufrecht leben können.“ Stück für Stück, Region für Region, wie den Gästen beim Betrachten der Ausstellung anschließend verdeutlicht wurde

Folgende Dateien stehen hier kostenlos zum Download zur Verfügung:

Präsentation von Herrn Peters über den Handicap International Stiftungsfonds

Präsentation von Herrn Reiss über “Engagement am Beispiel der Treuhandstiftung”

Präsentation von Frau Wesemann über Menschen mit Behinderung in der humaitären Hilfe

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN