14.09.2016 | Von Die Stiftung

„Die Welt ist natürlich groß an Möglichkeiten“

Bereits von Beginn an müssen die richtigen Weichen gestellt werden, damit eine Stiftung erfolgreich agieren kann. Doch auch bei bestehenden Satzungen gibt es durchaus Handlungsspielraum. Mit diesem Thema setzte sich das diesjährige Stiftungsforum Rhein-Ruhr auseinander.

Bereits von Beginn an müssen die richtigen Weichen gestellt werden, damit eine Stiftung erfolgreich agieren kann. Doch auch bei bestehenden Satzungen gibt es durchaus Handlungsspielraum. Mit diesem Thema setzte sich das diesjährige Stiftungsforum Rhein-Ruhr auseinander. Mittlerweile war es das siebte Stiftungsforum, das PKF FASSELT SCHLAGE in Kooperation mit DIE STIFTUNG veranstaltet hat.
Von Sabine Kamrath

 

Stiftungsforum
Begrüßt wurden die Gäste von Dr. Martin Fasselt, PKF Fasselt Schlage.

In diesem Jahr lief die Veranstaltung unter dem neuen Namen „Stiftungsforum Rhein-Ruhr“, da das Stiftungsforum nicht nur für die Stiftungen der Stadt Duisburg, sondern für die gesamte Region mittlerweile Strahlkraft besitzt. Mit in diesem Jahr fast 120 Gästen konnte die Veranstaltung weiter wachsen, das Konzept scheint sich bewährt zu haben. Wie auch in den Vorjahren war neben zwei fachlichen Vorträgen eine Podiumsdiskussion vorgesehen, zu der wieder ein Stifter als Vertreter aus der Praxis und ein Vertreter von Seiten der Stiftungsaufsicht gewonnen werden konnte.

Dr. Martin Kasper von der Stiftung Childaid Network führte in einem kurzen Impuls gleich zu Beginn der Veranstaltung aus, dass eine Stiftung keinen Eigenzweck verfolgen sollte, sondern in bestehenden Strukturen agieren oder neue, tragfähige aufbauen solle, um einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Gut gemeint sei nicht ausreichend, es müsse auch gut gemacht werden. Und es sei hier auch wichtig, dass Stiftungen ihre Tätigkeiten so konzipieren, dass sie langfristig gebraucht würden. „Stiftungen sollten nicht für die Ewigkeit an einem Projekt arbeiten. Wir arbeiten vielmehr daran, uns nach und nach überflüssig zu machen“, betonte Kasper. Die Stiftung Childaid Network selbst versteht sich als Katalysator und Begleiter von Prozessen, die aber irgendwann selbst funktionieren sollen, damit die Stiftung sich aus diesem Feld zurückziehen und ein neues bearbeiten kann. Kasper betonte auch, wie wichtig es sei, vertrauenswürdige Partner zu finden. Beispielsweise würden bei ihnen Freiwillige vor Ort die am Projekt Beteiligten betreuen, was nur bei entsprechenden Strukturen und kompetenten Partnern möglich sei.

Stiftungsforum
Dr. Martin Kasper sprach sich für mehr Kooperationen im Stiftungswesen aus. © Stefan Braun

Dr. Kasper sprach sich in seinem Impuls auch für eine stärkere Kooperation im Sektor aus und zeigte sein beeindruckendes Netzwerk, mit welchem er und die Stiftung eine Vielzahl an Projekten stemmen könnten. Schließlich hätte keiner der Partner die Weisheit für sich gepachtet, im Verbund sei man immer stärker und klüger, meinte er. Auch sei dies Voraussetzung, um etwas wirkungsvoll zu bewegen, was notwendige Bedingung für die gerechtfertigte Existenz einer Stiftung sei. „Wenn wir nichts mehr bewegen, sollten wir die Stiftungen auslaufen lassen“, schloss er provokant.

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