05.05.2017 | Von Die Stiftung

NPO gehen die Extrameile

Das „Stiftungsnetzwerk“, eine Veranstaltungsreihe des Bankhauses Donner & Reuschel, möchte zentrale Anliegen für Stiftungen und NPO in den Mittelpunkt rücken. In dieser Woche kamen rund 70 Teilnehmer hierfür in den Räumlichkeiten des Kreditinstituts zusammen. Hauptthema dieses Treffens war die Rolle von Non-Profit-Organisationen in der Arbeitswelt der Zukunft – einer Welt geprägt von Partizipation, Freiheit und der Suche nach Sinn.

Das „Stiftungsnetzwerk“, eine Veranstaltungsreihe des Bankhauses Donner & Reuschel, möchte zentrale Anliegen für Stiftungen und NPO in den Mittelpunkt rücken. In dieser Woche kamen rund 70 Teilnehmer hierfür in den Räumlichkeiten des Kreditinstituts zusammen. Hauptthema dieses Treffens war die Rolle von Non-Profit-Organisationen in der Arbeitswelt der Zukunft – einer Welt geprägt von Partizipation, Freiheit und der Suche nach Sinn.

„Jeder sollte die Chance bekommen, mit einem für ihn Sinn stiftenden Job den Lebensunterhalt zu verdienen“, so die klare Meinung Carola von Peinens. Die Geschäftsführerin und Mitgründerin von „Talents 4 Good“, einer Personalvermittlungsagentur, die sich darauf spezialisiert hat, in Jobs mit gesellschaftlicher Wirkung zu vermitteln, sieht das größte Problem von Organisationen in Wachstumsphasen darin, das richtige Personal zur richtigen Zeit zu finden. Um die Fachkräfte der Zukunft zu gewinnen, müssten einige Veränderungen der Arbeitswelt beachtet werden. Ihren Blick auf diese „Arbeitswelt 4.0“, wie sie sie nannte, teilte die Referentin mit den Teilnehmern. Wir befänden uns aktuell in einer Phase, in der das Arbeiten unabhängig von Zeit und Ort möglich geworden ist. In der global partizipiert und kommuniziert wird und in der alles nachvollziehbar geworden ist. Transparenz würde laut von Peinen somit auch immer stärker eingefordert. In Deutschland, wo Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Sicherheit für die meisten Menschen erfüllt sind, suche man zudem verstärkt nach Werten und Menschlichkeit. Nach Freiheit, einer Work/Life-Balance sowie einem Sinn in Job und Leben. Darauf müssten sich Organisationen einstellen, wollen sie die guten Mitarbeiter an Bord holen.

Und die erfreuliche Nachricht: Von Peinen schreibt dem Non-Profit-Sektor hierbei eine Vorreiterrolle zu. „Ich ziehe jeden Tag den Hut davor, dass gerade die Branche, in der wenig Geld vorhanden ist, die Extrameile geht, um ihren Mitarbeitenden gute Bedingungen außerhalb der Gehaltsstrukturen zu bieten – obwohl das Geld kostet.“ Und ihr Appell an Konzerne, um erfolgreich zu sein: „Schaut, was die NPO machen und schneidet euch eine Scheibe ab“.

NPO können mit Work/Life-Balance werben

In der Tat hat „Talents 4 Good“ 50 Mitarbeitende von Sozialunternehmen dazu befragt, was sie an ihrem Job schätzen. Die Top-drei-Antworten: das selbstbestimmte und eigenverantwortliche Arbeiten, große Gestaltungsspielräume sowie das sinnstiftende Arbeiten.

Daraus lassen sich einige konkrete Anforderungen an eine zukunftsfähige Führungskultur ableiten: Bottom-Up-Hierarchien mit partizipativen Strukturen und Entscheidungswegen, Vertrauen statt Kontrolle und das Ziel, Mitarbeitenden die Aufgaben zuzuteilen, die sie interessieren, unter Bedingungen, die sie begeistern. „Aus der Motivation von Ehrenamtlichen kann man viel über die Führung von Personen lernen, die nicht mehr nur des Geldes wegen arbeiten“, so der resümierende Tipp der Personalberaterin.

Was also heißt das für Non-Profit-Organisationen? „Schreiben Sie in Stellenausschreibungen mit rein, wenn Sie gute Bedingungen für eine positive Work/Life-Balance bieten“, rät von Peinen. Denn das sei ein gutes Argument, in die Non-Profit-Welt einzusteigen – und somit ein wichtiger erster Schritt um qualifizierte Mitarbeitende zu akquirieren.

 

Das Münchner Stiftungsnetzwerk des Bankhauses Donner & Reuschel ist ein Zusammenschluss von gemeinnützigen Organisationen, Stiftungen und Stiftungsexperten. Das Bankhaus rief die Veranstaltungsreihe im Jahr 2003 ins Leben und ist seither 36 mal Gastgeber gewesen.

 

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