„Jedes Stiftungsvermögen erzählt eine Geschichte.“ Mit diesen Worten beschloss Matthias Steinhauer, Initiator des StiftungsFORUMs Westfalen, die zweite Ausgabe „seiner“ Veranstaltung. Gleichzeitig wusste er darauf zu verweisen, dass es für diese aber auch andere Geschichten, die Stiftungen zuhauf erzählen, auch einen Botschafter braucht.

Zusammen stärker durch Zusammenlegung
Das StiftungsFORUM Westfalen soll eine Plattform für Diskussionen, aber vor allem für Anregungen für die tägliche Stiftungspraxis sein – so auch in zwei Jahren, wenn die dritte Ausgabe auf der Agenda steht. Weiteren Gesprächsstoff gab auch der Vortrag von Dr. Jörg Sauer, der sich mit Zusammenlegungen von Stiftungen beschäftigte. Es muss klar sein, wohin die Reise der Stiftung letztlich gehen soll, so Sauer, der die Dependance der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Ebner Stolz in Stuttgart führt. Gerade notleidende Stiftungen könnten hier eine Lösung finden. Ein Stifter fragte in die Runde, ob seine mit wenigen tausend Euro ausgestattete Stiftung notleidend sei, wenn zwar nur wenige hundert Euro für ihre Zwecke ausreichend seien, jedoch hier noch Verwaltungsaufwendungen zu berücksichtigen seien. Sauer nickte kurz und meinte, eine solche Konstellation sei eine, bei der man von notleidend sprechen könnte.

StiftungsFORUM

Vier Roundtables machten aus dem StiftungsFORUM Westfalen eine interaktive Veranstaltung.

Stiftungen sind der Kapitän
Fast nahtlos daran schloss der Vortrag von Markus Hill an, der Hinweise gab, wie man als Stiftung den passenden Vermögensverwalter findet. Denn kein oder mangelnder Ertrag sei der Entzug der Geschäftsgrundlage einer Stiftung, nutzlos auf dem Konto sollte das Kapital ja auch nicht herumliegen, fügte Hill süffisant an. Sein Parforceritt durch den Kriterienkatalog für die Auswahl des passenden Vermögensverwalters bewegte sich vor allem um die Frage, inwiefern Stiftungen Augenhöhe zur Finanzindustrie aufbauen könnten, denn Vermögensverwalter seien auch keine Zauberer, aber eben doch Profis. Und solche braucht es in der aktuellen Phase. Stiftungen brauchen einen Partner auf Augenhöhe, denn „sie (die Stiftungen, Anm. d. Red.) sind der Kapitän, der Vermögensverwalter gerne ihr erster Offizier. Aber bitte immer in dieser Reihenfolge“, betonte Hill. Partner heißt auch, zu diskutieren, über strategische Fragen nachzudenken und Produkte auf die Eignung für die Stiftung hin überprüfen. Je offener dieser Diskurs geführt werden könnte, desto bereichernder und zielführender wäre er für Stiftungen. Für Hill ist Performance ein reiner Hygienefaktor, denn kein Verwalter ist immer nur vorne in den Benchmarks zu finden. Matthias Steinhauer, seines Zeichens Geschäftsführer der CONCEPT Vermögensmanagement in Bielefeld, ergänzte hier in der abschließenden Diskussion: „Stiftungen brauchen einfach noch mehr konkrete Unterstützung, und eben nicht nur leere Hinweise zu Produkten. Das reicht heute nicht mehr aus.“ „Außerdem“, und hier nahm Steinhauer den Faden des ersten Vortrags vom Klaus Schmidbauer auf, „können auch Vermögensverwalter Botschafter einer Stiftung sein.“

Fazit
Mit dem zweiten StiftungsFORUM Westfalen konnten DIE STIFTUNG und CONCEPT Vermögensmanagement wieder mehr als 70 Gäste begrüßen. Ein bunter Themenmix, eng an den aktuell größten Problemstellungen von Stiftungen konzipiert und ergänzt um aktiv gestaltete Roundtables, boten Informationen aus erster Hand, bereichert mit vielen Möglichkeit zum persönlichen Austausch. StiftungsFORUM-Initiator und Vermögensverwalter Matthias Steinhauer freute sich schließlich über die Resonanz und die Lebendigkeit in den Diskussionen. „Wenn wir es erreichen, dass sich Stiftungen und externe Berater – auch Vermögensverwalter – jeweils auf Augenhöhe begegnen, dann ist schon sehr viel gewonnen. “

Tipp: Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier zum kostenlosen Download.

 

Hinweis I: Das StiftungsFORUM Westfalen fand zum zweiten Mal in Bielefeld statt. Weitere detaillierte Informationen zum Programm und den Referenten haben wir für Sie im Terminkalender hinterlegt.

Lesetipp: Im Vorab-Interview nennt StiftungsFORUM-Initiator Matthias Steinhauer die aus seiner Sicht aktuell größten Herausforderungen für die Stiftungslandschaft in Deutschland.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN