Stuttgart zeigte sich am 4. Juli von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten sich die 160 Teilnehmer der Fachtagung im Landesmuseum Württemberg über den Markt für große Fördersummen, interne Veränderungsprozesse und Best Practise Beispiele für Kulturfundraising informieren.

Stuttgart zeigte sich am 4. Juli von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten sich die 160 Teilnehmer der Fachtagung  im Landesmuseum Württemberg über den Markt für große Fördersummen, interne Veränderungsprozesse und Best Practise Beispiele für Kulturfundraising informieren. Das Landesmuseum war dabei nicht nur Veranstaltungsort, sondern auch Veranstalter des Fachtages in Kooperation mit dem Deutschen Fundraising Verband.
Von Wiebke Doktor

 

Wie entwickelt sich das Thema Fundraising in deutschen Kultureinrichtungen? Welche Rahmenbedingungen hat es beziehungsweise braucht es? Wo liegen die zukünftigen Potenziale? Um diese Fragen drehten sich auf der Fachtagung „Zukunft Kultur-Fundraising“ die Vorträge und moderierten Gespräche. Zusätzlich boten insgesamt zehn Workshops Einblick in konkrete Themen wie Crowdfunding, Stiftungsrecherche von US-Stiftungen, und Unternehmenskooperationen. Gefördert wurde diese Vielfalt an Themen und Referenten durch das Land Baden-Württemberg.

Kultur-Fundraising

Prof. Dr. Thomas Knubben (r.) in der Diskussion mit Moderator Markus Wener.

Den Auftakt machte eine Runde IWITOT (I wish I‘d thought of that), in der vier Kultureinrichtungen ein gutes Beispiel ihrer Fundraising-Aktivitäten präsentierten. Hier stellte unter anderem das Landesmuseum seine originelle Patenkampagne in Form von Partnerschaftsanzeigen vor, mit der Förderer für konkrete Objekte des Museums gefunden wurden. Das Theater in Osnabrück berichtete über einen Matching Fund, bei dem die Stadt für die Renovierung eines Theatergebäudes jeden Euro Spende (bis 150.000 EUR) verdoppelte. In sehr kurzer Zeit waren hier die Unterstützer gefunden, sehr zur Überraschung des Teams, das bisher angenommen hatte, Häuser zählten nicht zu den bevorzugten Spendengründen.

Mit seinem Vortrag über die Barrieren und Hürden im Kultur-Fundraising bot Prof. Dr. Thomas Knubben (Institut für Kulturmanagement Ludwigsburg) überzeugende Zahlen für ein strategisches Fundraising. Er identifizierte interne und externe Hürden, die z.B. im stagnierenden Stiftungs- und Sponsoringmarkt bestehen, wo im Moment keine Steigerungen zu erwarten sind. Großes Potenzial sieht Knubben bei Privatpersonen, allerdings investiert hier die Kultur bisher zu wenig Zeit und Ressourcen, um gezielt diese Zielgruppe zu erreichen und zu halten. Da die öffentliche Hand außerdem jede selbst gewonnene Einnahme, also auch Spenden, von der Fördersumme eines Projektes abzieht, werden keinerlei Anreize für einen Ausbau von Fundraising gesetzt.

Fazit
Ein Tag mit dichtem Programm und der Erkenntnis, dass Fundraising in vielen Kultureinrichtungen dauerhaft angekommen ist. Für die Entwicklung dieses Feldes müssen nun von politischer Seite Weichen gestellt und auch auf Leitungsebene oft noch ein Haltungswechsel vollzogen werden.

 

Wiebke Doktor VWiebke Doktor ist Mitgeschäftsführerin der NPO-Beratung Conversio Institut und Leiterin der Fachgruppe Kultur-Fundraising des Deutschen Fundraising Verbandes.

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