20.06.2014 | Von Die Stiftung

What role for foundations

Foundation 3.0, das Motto des Schweizer Stiftungssymposiums, klang nicht nur vielversprechend, es war vielversprechend. Die Schweizer Stiftungslandschaft kann nicht unbedingt mit der deutschen verglichen werden – sie ist kleiner, konzentrierter. So waren auch nur 200 Teilnehmer anwesend und nicht 2.000 wie auf dem Deutschen Stiftungstag 2014.

In Workshops wurde dann themenspezifisch diskutiert, sowohl am Vormittag, als auch nach der Mittagspause. Diese waren sehr bunt aufgefächert, von Kooperation über Stiftungsvermögen und Reputationsrisiken, bis hin zu der Frage nach dem Erfordernis politischer Korrektheit. Teilweise sehr tiefschürfend beschäftigten sich kleinere Gruppenmit 30 bis 40 Teilnehmern mit diesen Fragestellungen, basierend auf meist zwei knappen Impulsreferaten. Sehr viel Wert wurde auf die Möglichkeit des Austauschs gelegt. Das Mikrofon für ein Statement aus dem Podium quer durch den Saal zu reichen, war kein Hindernis.

Den Abschluss bildete eine Videokollage mit dem Titel „Game over!“ von Beat von Wartburg, dem Leiter der Christoph Merian Stiftung. Humorvoll und locker wurden die Themen und Diskussionen des Tages zusammengefasst, unterstrichen von Filmzitaten und einzelnen Szenen. Dass hier auch Filme wie „Matrix“ oder aus der James-Bond-Reihe sehr passend sind, erheiterte das Publikum, zeigte aber auch eindrucksvoll, dass es nicht immer notwendig ist, in steifen Plenumssitzungen anhand von trockenen Gesprächsleitfäden Herausforderungen zu deklinieren. Die Message kam an, Nachdenken wurde angestoßen, der Ausgang ist genauso ungewiss wie in einer herkömmlichen Abschlussrede. Nur, dass es mehr Freude bereitet.

Und worüber sollen die Stiftungsvertreter nachdenken? Die Kernthesen aus Laurent Haugs Rede zu Beginn können ein Leitfaden sein: Begonnen damit, Wege zu finden, der Gesellschaft dabei zur Seite zu stehen, eine neue „Normalität zu entwerfen“. Und die Zukunft dadurch gewissermaßen zu beschützen vor Unternehmen, welche ihre Pfründe und damit die Vergangenheit bewahren wollen (Stichwort: Copyright, Geschäftsmodelle). Stiftungen können es sich leisten das langfristig orientierte Denken zu verfolgen und geduldig Ansätze zu entwerfen, die nicht nur auf kurzfristigen Profit angelegt sind. Weiter ist es eine Herausforderung, unabwendbare Veränderungen anzunehmen und mitzugestalten, um der Gesellschaft zu helfen, sich sanft anzupassen. Und als letzten Punkt können Stiftungen mit ihrer Auslegung auf die Ewigkeit aus der Geschichte aktiv lernen; das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, man kann sich die Zeit nehmen, genau zu analysieren, welche Transformationsprozesse es in der Vergangenheit bereits gab und wie diese bewältigt wurden.

Fazit
Schon in der Begrüßung von Dr. Antonia Jann klang an, was für die Stiftungen (und uns als Einzelpersonen ebenfalls) in naher Zeit ansteht – die Netzwerkökonomie wird unser aller Welt beeinflussen, durch den Anstieg an Konnektivität, Kollaboration, Kooperation und Ko-Kreation, so die vier Fachbegriffe. Was dies für die Einzelsituation bedeutet und wie sie damit verfährt, muss nun jede Stiftung für sich entscheiden. Stiftungen können dies leisten, langfristig und wohlüberlegt, ausgefeilt und wirkungsvoll. Denn sie haben ja Zeit, wurde während des Stiftungssymposiums immer wieder betont. In der Welt 2.0 ist dies der zentrale Vorteil.

 

Die Folien zum Vortrag von Laurent Haug finden Sie unter diesem Link.

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