In Deutschland und Österreich steigt der Anteil der Geldanlagen, die nach ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien angelegt werden. Das zeigt der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2021 des Forums Nachhaltige Geldanlagen. Mit 93 Prozent sind Ausschlüsse das am häufigsten verwendete Instrument.

Nachhaltig investierte Geldanlagen in Deutschland nehmen weiterhin deutlich zu – das zeigt der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2021 des Forums Nachhaltige Geldanlagen e. V., an dem sich 73 Banken und Vermögensverwalter aus Deutschland und 23 aus Österreich beteiligt haben.

Laut Marktbericht stieg die Gesamtsumme aller 2020 in Deutschland nachhaltig angelegten Gelder im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf insgesamt 335 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand. Dieser Gesamtbetrag umfasst nachhaltige Mandate (141 Milliarden Euro), Investmentfonds (107 Milliarden Euro), Eigenanlagen, die von Banken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet werden (45 Milliarden Euro) und Kundeneinlagen von 15 Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus (43 Milliarden Euro). Dabei verzeichneten die als nachhaltig ausgewiesenen Investmentfonds mit 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr den deutlichsten Zuwachs.

Mehr Privatanleger investieren nachhaltig

Unter den Anlegern, die Nachhaltigkeitskriterien einbeziehen, finden sich immer mehr Privatanleger. Insgesamt rund 40 Milliarden Euro investierten diese in nachhaltige Fonds und Mandate – über 21 Milliarden Euro mehr als 2019. Das Wachstum um 117 Prozent führt dazu, dass private Anleger nun rund 18 Prozent der nachhaltigen Fonds und Mandate in Deutschland halten – die übrigen 82 Prozent entfallen auf institutionelle Investoren.

Trotz deutlicher Zuwachsraten machen nachhaltige Kapitalanlagen mit 6,4 Prozent nur einen geringen Teil des Gesamtmarktes aus. Im Vorjahr waren es 5,4 Prozent. In Österreich ist der Marktanteil wesentlich höher als in Deutschland: Das Nachbarland kommt auf einen Marktanteil nachhaltiger Anlagen von 19,8 Prozent.

Befragt nach den Aussichten für die Zukunft, gehen alle Teilnehmer der Umfrage von einem deutlichen Wachstum der nachhaltigen Kapitalanlagen aus. 29 Prozent rechnen mit einem Wachstum von bis zu 15 Prozent, 36 Prozent erwarten Wachstumsraten von 15 bis 30 Prozent und 35 Prozent der Umfrageteilnehmer sogar ein Wachstum von mehr als 30 Prozent.

Verschiedene Anlagestrategien

Unterschiede zeigen sich bei den nachhaltigen Anlagestrategien. Mit 93 Prozent sind Ausschlüsse, wie etwa der Ausschluss von Investments in Kohleverstromung oder Geschäfte mit Waffen oder Tabak, die am häufigsten verwendete Strategie. 92 Prozent nutzen normbasiertes Screening – die Investments verpflichten sich auf die Einhaltung gewisser Kodizes, wie den Global Compact. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen ESG-Integration und beziehen ESG-Kriterien bei der traditionellen Finanzanalyse mit ein. 77 Prozent stehen in aktivem Austausch mit Unternehmen und versuchen, den Kurs des Unternehmens in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu bewegen (Engagement). 70 Prozent wirken ähnlich bei Aktionärsversammlung mittels Stimmrechtsausübung auf die Unternehmen ein.

Der Best-in-Class-Ansatz wird mit 65 Prozent noch von etwa zwei Dritteln der nachhaltigen Fonds oder Mandate eingesetzt. Bei dieser Anlagestrategie wählen Investoren innerhalb einer Branche diejenigen Unternehmen aus, welche die besten ESG-Kennzahlen vorweisen können.

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