19.07.2019 | Von Die Stiftung

Baden-Württemberg – Termin für Islam-Stiftung steht

Die neue Stiftung, die künftig in Baden-Württemberg islamischen Religionsunterricht organisieren soll, ist in trockenen Tüchern: Bis 1. August soll der „Sunnitische Schulrat“ konstituiert sein. Weiterhin sind allerdings nur zwei von vier Islamverbänden an dem Projekt beteiligt.

Islam-Stiftung
Das Plenum des Landtags von Baden-Württemberg in Stuttgart Foto: Olaf Kosinsky, Landtag Baden-Württemberg6725, CC BY-SA 3.0

Die Islam-Stiftung kommt: Mit dem „Sunnitischen Schulrat“ beschreite Baden-Württemberg einen Weg, „der in Deutschland einmalig ist“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Einigung. Die Stiftung des öffentlichen Rechts soll künftig islamischen Religionsunterricht im Südwesten organisieren und verantworten, wie der SWR berichtet. Damit soll Religionsunterricht für muslimische Schüler perspektivisch flächendeckend institutionalisiert werden. Die religiöse Unterweisung muslimischer Kinder finde künftig an Schulen „und nicht in irgendwelchen Hinterhöfen“ statt, wird Kretschmann zitiert.

Größter Verband Ditib nicht dabei

Bislang erhielten vier Prozent islamischen Religionsunterricht. Wie der Name der neuen Einrichtung zeigt, beschränkt sich der Unterricht auch künftig auf die sunnitische Hauptströmung des Islam, der 80 bis 90 Prozent der Muslime weltweit und auch die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland angehören – gefolgt von der Schia, die etwa den Iran prägt. Zugleich nimmt der größte islamische Verband in Baden-Württemberg nicht teil: Die dem türkischen Staat nahe stehende Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) hat eine Mitarbeit ebenso abgelehnt wie die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg. Auch für Ditib stehe die Tür offen, so Kretschmann laut SWR. „Allerdings seien von dem Verband deutliche Signale notwendig, sich vom türkischen Staat abzunabeln.“

Stiftung als Übergangsmodell

Bereits im Vorfeld war Kritik an dem zunächst auf sechs Jahre angelegten Modell laut geworden, da drei von fünf Vorstandsmitgliedern vom Land bestätigt werden müssen. Die Stiftung, die ab dem Schuljahr 2019/2020 aktiv sein soll, ist allerdings als Übergangslösung gedacht – „bis zu dem Zeitpunkt, an dem es eine anerkannte Religionsgemeinschaft sunnitischer Prägung gibt.“

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