08.03.2019 | Von Die Stiftung

Böll-Stiftung Brandenburg in finanzieller Not

Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg steht laut Medienberichten vor der Pleite: Der Grünen-nahe Verein für politische Bildung scheint auch unter den Folgen des Expansionskurses zu leiden. Die frühere Geschäftsführerin klagt inzwischen gegen ihre Entlassung.

Böll-Stiftung
Namensgeber der Stiftung ist Nobelpreisträger Heinrich Böll, rechts eine Büste von Wieland Förster. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004 / Hoffmann, Harald / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F062164-0004, Bonn, Heinrich Böll, CC BY-SA 3.0 DE/gemeinfrei

Das Ausmaß der finanziellen Misere ist nicht bekannt, wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) berichten, doch dass die Probleme der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg gewaltig sind, daran besteht offenbar kein Zweifel: Der Verein gehört zu den sogenannten parteinahen Stiftungen in Deutschland und steht den Grünen nahe. Stiftungssprecherin Janny Armbruster spricht gegenüber den PNN von einem „erheblichen Schuldenstand“, die genaue Summe werde noch erfasst. Um Liquiditätsprobleme auszuräumen, seien „sofortige Maßnahmen erforderlich“.

Böll-Stiftung contra Geschäftsführerin

Grund für den finanziellen Engpass sei das „mit Drittmitteln stark erweiterte Projektportfolio“, etwa ein erweitertes Bildungsprogramm.  Die Expansion sei „für die Vereinsmitglieder nicht mehr nachvollziehbar gewesen“. Ein neuer ehrenamtlicher Vorstand habe eine noch laufende externe Prüfung veranlasst, wird Armbruster zitiert. Die verantwortliche Geschäftsführerin Inka Thunecke wurde inzwischen entlassen, klagt aber gegen die fristlose Kündigung. Sie kritisierte gegenüber den  PNN, dass „mit der Klage über angeblich mangelhafte Transparenz in der Betriebsführung“ versucht werde, „fehlende Kenntnisse und mangelnden Sachverstand zu vertuschen“.

Der Verein sieht das anders. Finanzielle Vorleistungen sowie allgemein der Umfang der Eigenanteile bei Förderprojekten und hohe Kosten bei der Verwaltung des Programms hätten die gemeinnützige Einrichtung belastet.  Da eine solche strengsten Maßstäben genügen müsse, „war dringend Abhilfe geboten“, so Armbruster. Für die nächsten beiden Jahre sei ein Sanierungs- und Konsolidierungsplan aufgesetzt, doch die Hoffnung der mit einem Jahresumsatz von 900.000 Euro „größten grünen Landesstiftung in Deutschland“ liegen laut PNN-Berich vor allem auf einer Zwischenfinanzierung durch einen Geldgeber.

www.boell-brandenburg.de

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