12.03.2020 | Von Die Stiftung

Bundesstiftung Bauakademie braucht neuen Gründungsdirektor

Florian Pronold will nicht mehr Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie werden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssektretär hat nach heftiger Kontroverse um die Personalie nun seine Bewerbung zurückgezogen.

Bundesstiftung Bauakademie
Florian Pronold wollte für die Aufgabe sein Bundestagsmandat abgeben. Foto: Florian Pronold

Die Kontroverse um das Amt des Gründungsdirektors der neuen Bundesstiftung Bauakademie scheint beendet: Florian Pronold hat seine Bewerbung zurückgezogen. Der bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete zieht damit die Konsequenzen aus der Kontroverse der vergangenen Monate.

Kritik aus Fachkreisen

Die Berufung des Staatssekretärs und SPD-Bundestagsabgeordneten Florian Pronold zum Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie hatte für scharfe Kritik aus Fachkreisen gesorgt. In einem offenen Brief sprachen sich Architekten und andere Experten gegen die „Besetzung der Direktorenstelle durch den Staatssekretär, der das Verfahren vorher im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geleitet hatte“, aus. Sie halten den 47-jährigen Juristen für fachlich nicht geeignet. Dem Auswahlverfahren habe es außerdem an Transparenz gefehlt.

Zwei unterlegene Bewerber hatten gegen die Entscheidung vor dem Berliner Arbeitsgericht geklagt – mit widersprüchlichen Urteilen. Der Stiftungsrat hat inzwischen Kulturmanagerin Julia Rust zur stellvertretenden Direktorin ernannt. Rust verfüge über langjährige Erfahrungen im Kultur- und Veranstaltungsmanagement. Pronold hatte im Vorfeld erklärt, er werde für den Posten sein Bundestagsmandat, das er seit 2002 hält, abgeben.

„Neid und Standesdünkel“

In der öffentlichen Debatte sei es „leider zu keiner Zeit um Inhalte und Profil der Bauakademie“ gegangen, so Pronold, sondern ausschließlich um Verfahrens- und Personalfragen. „Neid und Standesdünkel ersetzen keine konzeptionellen Ideen, sie behindern die schnelle Realisierung des Bauwerks.“ Er wünsche der Neubesetzung der Direktorenstelle eine auf Konzepte und Ideen fokussierte öffentliche Begleitung.

Die Bauakademie könne ein Kristallisationspunkt für die Zukunftsdebatten über die gesamte Bandbreite der Bauwelt und der Stadtentwicklung werden. „Daran mitzuwirken wäre mir eine Herzensangelegenheit gewesen“, so Pronold.

 

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