06.06.2018 | Von Die Stiftung

Bundesverband fordert einheitliches Stiftungsregister

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen erneuert angesichts der Innenministerkonferenz seine Forderung nach einem bundeseinheitlichen Stiftungsregister mit Publizitätswirkung. Laut einer Umfrage befürworten diese Lösung fast drei Viertel der Stiftungen.

Stiftungsregister
Bislang werden Stiftungen nur auf Landesebene registriert. Foto: Markus Hein / pixelio.de

Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Deutscher Stiftungen sprechen sich fast drei Viertel der befragten Stiftungen für ein bundeseinheitliches Stiftungsregister aus. In seiner Pressemitteilung erinnert der Verband anlässlich der zweitägigen Innenministerkonferenz in Quedlinburg daran, dass er dies seit Langem von der Politik fordere. Der Verband schlägt im Rahmen der bevorstehenden Stiftungsrechtsreform  eine digitalbasierte Registerlösung mit Publizitätswirkung vor. „Dies reduziert die bürokratische Last, mit der sich viele Stiftungen auf Grund der aktuellen Rechtslage konfrontiert sehen“, so der Verband.

Stiftungsregister mit Publizitätswirkung

„Die gegenwärtige rechtliche Situation in Bezug auf die Legitimation rechtsfähiger Stiftungen im Rechtsverkehr ist höchst unbefriedigend. Der daraus resultierende Verwaltungsmehraufwand schränkt insbesondere kleine Stiftungen mit ehrenamtlich Tätigen erheblich ein. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen fordert daher nachdrücklich von der Bundesregierung, ein digitalbasiertes bundesweites Stiftungsregister mit Publizitätswirkung einzurichten. Überlegungen, zusätzliche Bezeichnungen wie die Abkürzung ‚SbR‘ für Stiftungen bürgerlichen Rechts einzuführen, erhöhen den bürokratischen Mehraufwand noch dazu, anstatt die Rechtslage zu vereinfachen“, so Stephan Schauhoff, Vorstandsmitglied.

Aufgaben in Sachen Transparenz

Zwar sei die Mehrheit der Stiftungen für ein Stiftungsregister, doch zeige die Befragung auch, dass nur knapp 60 Prozent der befragten Stiftungen ihre Satzung und nicht mal ein Drittel ihren jüngsten Freistellungsbescheid online gestellt haben, so die Pressemitteilung. Satzung und Freistellungsbescheid zu veröffentlichen, seien zwei einfache Schritte für mehr Transparenz, solange das Stiftungsregister noch nicht eingeführt ist. Dies gehöre heute schon zu den Anforderungen, die Unterzeichner der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ erfüllen müssten. Laut der aktuellen Umfrage gäben außerdem weniger als die Hälfte der Stiftungen auf der eigenen Internetseite Auskunft zu den Stiftungsfinanzen.

Über das Stiftungspanel

Die Umfrage fand laut Bundesverband online im November 2017 statt. Befragt wurden Stiftungen, die beim Stiftungspanel des Bundesverbands registriert sind. An der Befragung beteiligt haben sich 45 Prozent der in diesem Zeitraum 553 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels. Mit dem Stiftungspanel erforscht der Wissenschaftliche Dienst des Bundesverbands die Stiftungslandschaft. Hier können Stiftungen schnell und einfach ihre Meinung zu aktuellen Themen einbringen. Träger des Stiftungspanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Es wird von der Software AG-Stiftung gefördert.

www.stiftungen.org

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