02.03.2020 | Von Die Stiftung

Der teuerste Monet

Rund 111 Millionen US-Dollar kostete das Gemälde „Meules“ von Claude Monet bei der Versteigerung durch das Auktionshaus Sotheby’s in New York. Nun krönt es die Monet-Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini. Der Käufer: eine Stiftung.

Monet
Die Ausstellung „Monet. Orte“ ist noch bis zum 1. Juni im Museum Barberini in Potsdam zu sehen. Foto: David von Becker

Bei Wikipedia wird das Kunstwerk als der elftteuerste Gemäldekauf der Geschichte gelistet, wenige Plätze hinter „Der Schrei“ von Edvard Munch und „Adele Bloch-Bauer I“ von Gustav Klimt: Claude Monets „Meules“ wechselte vor etwa einem Jahr bei einer Auktion von Sotheby’s den Besitzer. Das Bild ist eine von 25 Variationen des Motivs eines Getreideschobers, der Maler bildete diese in den 1890er Jahren zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten ab. Der Preis des Gemäldes bei der Auktion betrug rund 111 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 101 Millionen Euro, der Käufer blieb lange unbekannt.

Jetzt gab sich SAP-Mitgründer Hasso Plattner mit seiner Stiftung als Käufer zu erkennen. Er stellt das Gemälde neben 34 Monets aus eigener Sammlung dem Potsdamer Museum Barberini für eine Ausstellung zur Verfügung. Das Museum zeigt die Ausstellung „Monet. Orte“ noch bis Juni.

Der Kunstmäzen förderte zuvor schon den Wiederaufbau des Palast Barberini, der im zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Das Museum nahm 2017 den Betrieb auf.

„Meisterwerke gehören nicht weggeschlossen“

In einer Pressemitteilung des Museums erklärt Plattner, warum seine Stiftung das Gemälde gekauft hat: „Mit Monets Getreideschober hat die Hasso Plattner Foundation eine Ikone des Impressionismus für den Museumsbetrieb erworben. Meisterwerke wie diese gehören nicht weggeschlossen, sondern sollten öffentlich gezeigt werden. Im Museum Barberini wird das Bild für jedermann zu sehen sein.“

Die Faszination für Monet begleitet Plattner schon länger. Das Museum zitiert Plattner auf seiner Website mit den schwärmenden Worten: „Niemand hat jemals Wasser so gemalt, keiner kann die Feuchtigkeit in der Luft, sogar den Geruch des Sees und das Glitzern des Lichts so einfangen wie die Impressionisten.“

Er habe dieses Bild immer haben wollen, seit er es vor langer Zeit im Museum in Chicago gesehen habe, erklärt Plattner im Interview mit den Potsdamer Neuste Nachrichten. Dann sei im vergangenen Jahr das Gemälde mit den vier Heuhaufen auf den Markt gekommen.

Die Gebote seien sehr hoch gewesen, aber Plattner wollte das Gemälde unbedingt erwerben: „Aber da hat die Stiftung gesagt: Jetzt ist Schluss, das muss der europäischen Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ich stimme dem zu, das Bild gehört nach Europa.“ Die Hasso-Plattner-Stiftung könne es sich leisten, „dann kauft sie eben in der Zukunft ein paar Bilder weniger aber hat wichtigere“.

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