21.02.2019 | Von Die Stiftung

Felix Oldenburg fordert Datenstiftung

Wer verdient an persönlichen Daten, wie schützt man sie? Der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, Felix Oldenburg, spricht sich in einem Gastkommentar im Handelsblatt für die Einrichtung einer Stiftung für Nutzerdaten aus.

Felix Oldenburg
Früher Öl, heute Daten: Beim Umgang mit der Ressource sind grundlegende Fragen ungeklärt. Foto: Arne Hückelheim, Pumpjacks, CC BY-SA 3.0

„Unsere Daten gehören uns selbst. Reich machen wir damit derzeit aber andere. Mit jedem Klick tragen wir zu einer wachsenden Ungleichheit bei und zementieren Monopole.“ Das ist die Analyse des Status quo, die Felix Oldenburg in einem Gastkommentar für das Handelsblatt darstellt. Der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen entwickelt darin die Forderung nach einer „Stiftung für unsere Daten“.

Felix Oldenburg: Stiftung für mehr Schutz

Felix Oldenburg ist Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Foto: David Ausserhofer

Anlass sind grundsätzliche Fragen wie der Datenschutz, aber auch der Wert der digitalen Ressource: 500 Euro, so Oldenburg, seien die Daten eines Facebook-Nutzers wert, wenn man den Marktwert in Relation zu den aktiven Nutzern setze. „Wir kommen nicht umhin, die große Frage zu stellen, wem die – vermutlich mit dem Wasser – wichtigste Ressource der Welt eigentlich gehört und wie sie gemeinschaftlich genutzt werden kann.“ Eine Vergleichsgröße ist das Öl und der damit erwirtschaftete Reichtum, der in den USA etwa in der Rockefeller-Stiftung Niederschlag gefunden hat und damit wiederum für die Allgemeinheit wirke.

„Jeder könnte die eigenen Daten freiwillig einbringen“, schreibt Felix Oldenburg, „würde damit vom Nutzer zum Stifter. Eine Stiftung könnte Nutzungsbedingungen im Interesse der Allgemeinheit aushandeln und überdies das Eigentum an den Daten dauerhaft und über den Tod hinaus regeln.“ Was die zeitliche Komponente angeht, zeigt sich Oldenburg optimistisch. „Es ist ja nicht zu spät Die Digitalisierung ist noch ganz am Anfang.“

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