18.12.2019 | Von Die Stiftung

Friesenstiftung in Schleswig-Holstein beschlossen

Der schleswig-holsteinische Landtag hat für ein Gesetz zur Gründung der Friesenstiftung gestimmt. Politiker bezeichnen dies als historischen Schritt für die friesische Volksgruppe. Die Stiftung soll unter anderem Sprache und Brauchtum der Minderheit fördern.

Friesenstiftung
Im Parlamentssaal in Kiel beschloss der Landtag die Friesenstiftung. Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer), 1480 1 2e-1-Kiel, Landtag, Parlamentssaal, SH, CC BY-SA 3.0

Die Gründung der „Stiftung für die Friesische Volksgruppe in Schleswig-Holstein“ ist beschlossene Sache. Laut Süddeutscher Zeitung hat der Landtag einstimmig dem Gesetzesentwurf für die sogenannte Friesenstiftung zugestimmt. Der Stiftungszweck ist, Kunst und Kultur zu fördern sowie die friesische Sprache, Volksbildung und Forschung. Außerdem stehen Heimatpflege und das traditionelle Brauchtum im Vordergrund. Das Stiftungsvermögen beläuft sich derweil auf 1,5 Millionen Euro. Sitz der Stiftung wird die Landeshauptstadt Kiel.

Bereits in der vorangegangenen ersten Lesung im Parlament hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Stiftung als klares Bekenntnis zur friesischen Volksgruppe bezeichnet. Lars Harms, Vorsitzender des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) im Landtag sprach demnach von einem historischen Schritt. Zentrales Ziel müsse sein, das Friesische zu erhalten.

Lange Entscheidungsfindung

Die Idee, eine Friesenstiftung zu gründen, besteht schon fast 25 Jahre. 1995 erhielt die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein umgerechnet eine halbe Million Euro als Sondervermögen. Die entsprechenden Erträge sollte sie einer noch zu gründenden Stiftung zur Verfügung zu stellen. Seit 2014 wurde das Sondervermögen Friesenstiftung dann jedes Jahr um fast 300.000 Euro aus der Lotteriezweckabgabe von Nordwestlotto Schleswig-Holstein erweitert. Ziel der Landesregierung war es nach eigenen Angaben, mithilfe dieser Mittel einen ausreichenden Finanzstock für die Stiftungsgründung zu generieren. 2016 konkretisierten sich schließlich die Pläne um eine Stiftung.

Friesen in Schleswig-Holstein

Im Norden Schleswig-Holsteins leben rund 50.000 Friesen. Die Volksgruppe ist eine von vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland. Neben einer eigenen Sprache und Kultur, besitzen die Friesen auch eine eigene Flagge. Mit der Gründung einer Stiftung für die Friesen will die Landesregierung diese Minderheit laut Landesportal Schleswig-holstein nun stärker unterstützen. Der Schutz und die Förderung von Minderheiten sowie Volksgruppen sind seit 1990 in der schleswig-holsteinischen Landesverfassung verankert.

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