11.12.2018 | Von Die Stiftung

Gerüchteküche in Friedrichshafen

Die Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt soll eine Ausstellung für das Flugzeug „Landshut“, das 1977 entführt wurde, konzipieren. Als wäre das nicht herausfordernd genug, muss sie sich mit Gerüchten beschäftigen, die ein wissenschaftlicher Beirat streut.

Friedrichshafen
Rückkehr des Sonderflugzeuges auf dem Flughafen Köln/Bonn am 18.10.1977 mit Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski und der Einsatzgruppe GSG 9 des Bundesgrenzschutzes nach der geglückten Befreiung der Geiseln aus einem von Terroristen gekaperten Lufthansa-Flugzeug auf dem Flughafen Mogadischu (Somalia)

„Seit mehreren Monaten muss sich die Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt, Trägerin des Dornier-Museums in Friedrichshafen, immer wieder mit unwahren und unbelegten Unterstellungen und Behauptungen von Herrn Dr. Rupps auseinandersetzen“, teilte das Dornier-Museum Friedrichshafen in einer Stellungnahme mit. Zum Beispiel habe er in einem Brief an die Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg behauptet, dass das Dornier-Museum vor dem Aus stehe, aber auch, dass Dornier zugesagt habe, die Betriebskosten für die Landshut-Ausstellung aufzubringen. Beide Aussagen stimmen laut der Stiftung nicht.

Rupps sitzt im wissenschaftlichen Beirat des Landshut-Projekts und sollte das Projektteam bei der Erarbeitung und Umsetzung des Ausstellungskonzeptes in einer interne Beratungs- und Begleitungsfunktion unterstützen. Eine Sprecherfunktion komme den Beiräten gemäß Geschäftsordnung nicht zu, so ihre Vorsitzende. „Die Dornier-Stiftung würde es begrüßen, wenn Herr Dr. Rupps wieder zu dem konstruktiven Engagement zurückfinden würde, das er zu Beginn des Landshut-Projektes gezeigt hat“, so die Stiftung. Indes wurde in der Stellungnahme auch ein Verdacht geäußert, warum sich Rupps gegen die Stiftung stellt: „Der Umstand, dass der wissenschaftliche Beirat nicht seinem Wunsch gefolgt ist, ihn zum Vorsitzenden oder Stellvertreter zu wählen, sollte ihn jetzt nicht veranlassen, die Arbeit des Dornier-Museums und der am Landshut-Projekt Beteiligten zu beschädigen.“

Martin Rupps sei interessiert daran, dass die frühere Lufthansa-Maschine, die 1977 zum Symbol des Deutschen Herbstes wurde, einen standesgemäßen Platz findet, so der Südkurier. In einem Schreiben an mehrere Land- und Bundestagsabgeordnete, das dem Südkurier vorliege, äußerte Rupps seine Sorgen bezüglich der Landshut: „Sie darf nicht in einem geografischen Hinterzimmer mit geringer Finanzausstattung und einer Stadtverwaltung, die das Projekt offen ablehnt, verschwinden.“ Denn die Finanzierung des Museums war in Vergangenheit tatsächlich öfters ein Thema: Im Sommer 2017 drohte Museumsdirektor David Dornier laut Südkurier, „das Museum zu schließen, sollte sich die Stadt nicht am Museum beteiligen, das Jahr für Jahr Verluste macht.“ Vor wenigen Wochen plädierte er in einem Interview mit dem Südkurier für einen Zuschuss durch die Zeppelin-Stiftung – da es den Erben schwer falle, jährlich 1,5 Millionen Euro zuzuschießen. Heute dementiert er jedoch Schließungspläne: „Davon kann keine Rede sein, ich mache mir derzeit keine Sorgen“, so Dornier gegenüber dem Südkurier.

Die Landshut habe Dornier unabgesprochen nach Friedrichshafen geholt – und damit bei der Stadt für Unmut gesorgt, so der Südkurier. Rupps sei „federführend an der Rückholung der Landshut nach Deutschland und damit nach Friedrichshafen beteiligt“ gewesen. In den nächsten Wochen soll von der Stadt ein Museumskonzept vorgestellt, und damit auch die Fragen nach der Finanzierung geklärt werden.

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