11.07.2019 | Von Die Stiftung

Hunderte Millionen Spenden für Betrüger

In Deutschland landen jährlich bis zu 500 Millionen Euro in den Händen von betrügerischen Spendensammlern, schätzt das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen. Ein Sammlungsgesetz könnte helfen – die wenigsten Bundesländer aber verfügen über ein solches Gesetz.

Spenden sammeln für Betrüger
In vielen Bundesländern fehlt die juristische Handhabe gegen die unlauteren Spendensammler, die jährlich bis zu 500 Millionen Euro einnehmen. Foto: Petra Bork/pixelio

In Deutschland versickern nach Recherchen von Report Mainz jährlich bis zu 500 Millionen Euro Spenden in unseriösen Kanälen, berichtet die ARD. Report Mainz greift in dieser Einschätzung auf Informationen des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) zurück. Bundesweit halte das DZI rund 6000 spendensammelnde Vereine für dubios.

Kaum Verurteilungen

Die betrügerischen Vereine ließen sich strafrechtlich kaum aus dem Verkehr ziehen, wird DZI-Chef Burkhard Wilke zitiert. Birgit Weitemeyer, Rechtsprofessorin an der Hamburger Bucerius Law School, erkläre, dass Verurteilungen wegen Spendenbetrugs sehr selten sind – denn vor allem für Vereine oder gemeinnützige Organisationen gebe es einige Lücken im System. Eine Möglichkeit, gegen die betrügerischen Organisationen vorzugehen, biete ein Sammlungsgesetz, das dubiosen Vereinen das Sammeln von Spenden verbiete. Das gelte auch für Sammlungen über Telefon und Internet.

Sammelgesetz ist Ländersache

Konkret könnten Behörden sich vorlegen lassen, welche Summen ein Verein einnimmt und welche Kosten bei dem Verein entstehen. So könnte die Behörde feststellen, ob ein ausreichend großer Teil der Spenden so verwendet wird, wie den Spendern in Aussicht gestellt wurde. Das Sammlungsrecht sei aber Länderrecht, ein solches gebe es derzeit nur in Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.

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