01.10.2019 | Von Die Stiftung

Keine Schenkungssteuer: Stiftung zieht um

Die Stiftung Dr. J. E. Brandenberger hat ihren Sitz in den Kanton Obwalden verlegt. Durch den Umzug entfällt nun die Schenkungssteuer, wenn die nach dem Erfinder des Cellophans benannte Stiftung ihren mit 200’000 Franken dotierten Preis vergibt.

Brandenberger
Von Zürich (links) nach Kerns: Durch den Sitz im Kanton Obwalden erreicht nun das gesamte Preisgeld der Stiftung Dr. J. E. Brandenberger die Preisträger. Foto: Ikiwaner, Zuerich Fraumuenster St Peter, CC BY-SA 3.0 (links)/Roland Zumbuehl, Kerns-Dorfstrasse, CC BY 3.0 (rechts)

Steuern sparen für den guten Zweck: Die Stiftung Dr. J. E. Brandenberger hat ihren Sitz von Zürich nach Kerns im Kanton Obwalden verlegt. Damit entfällt die Schenkungssteuer bei künftigen Verleihungen ihres jährlichen Preises. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, liegt diese bei rund 20 Prozent  – bei dem mit 200’000 Franken dotierten Preis, der zu den höchsten in der Schweiz gehört, lag die Steuerlast bislang entsprechend bei rund 40’000 Franken.

Erinnerung an Cellophan-Erfinder Brandenberger

Die Stiftung, die von der Tochter des Cellophan-Erfinders Jacques Edwin Brandenberger zu dessen Andenken gegründet wurde, zeichnet seit 1990 natürliche Personen mit Schweizer Bürgerrecht aus, „die sich unter grossem und anhaltenden Einsatz der Verbesserung der materiellen oder immateriellen Lebensbedingungen von Menschen verschrieben und sich dabei besondere Verdienste erworben haben“. Der Preis solle insbesondere ohne Rücksicht auf die konfessionelle und politische Einstellung Frauen und Männern verliehen werden.

Neue Adresse beim Nationalrat

Der neue Sitz liegt laut Luzerner Zeitung nun in der Kanzlei  von Nationalrat Karl Vogler. „Bei meiner Anwaltspraxis sind sonst keine weiteren Stiftungen oder Firmen unter meinem Domizil gemeldet“, wird er zitiert. „Ich besetze auch keine lukrativen Verwaltungsratsmandate. Ich wollte immer unabhängig bleiben.“ Er leite  die Post ungeöffnet weiter. Der Preis sei immer wieder in der Diskussion gewesen, da die Gewinner einen rechten Teil des dafür bestimmten Geldes nicht für ihre Tätigkeit zur Verfügung gehabt hätten.

Die erste Preisträgerin, der die Entscheidung zugutekommt, wird Yvonne Kurzmeyer sein. Die Gründer der Schweizer Tafeln wird am 30. November in Bern mit dem Brandenberger-Preis geehrt.

www.stiftungbrandenberger.ch

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