15.10.2019 | Von Die Stiftung

Kettler-Sanierung gescheitert

Der Sport- und Freizeitgerätehersteller aus Nordrhein-Westfalen wird abgewickelt. 400 Mitarbeiter sind freigestellt, rund 140 sollen die Produktion zu Ende bringen. Damit endet die 1949 begonnene Geschichte von Kettler mit der dritten Insolvenz binnen vier Jahren.

Kettler
Firmensitz von Kettler in Ense-Parsit. Foto: Bubo, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1701269

Genau 70 Jahre nach der Gründung steht Kettler vor dem endgültigen Aus. Die dritte Insolvenz des Sport- und Freizeitgeräteherstellers innerhalb von vier Jahren wird offenbar die letzte sein. „Wir können die Produktion nicht weiterführen“, sagte Insolvenzberater und Rechtsanwalt Martin Lambrecht am Montag, 14. Oktober, laut Deutscher Presse-Agentur (DPA). Rund 400 von insgesamt 550 Mitarbeitern sollen freigestellt werden, die restlichen 144 würden für die Beendigung der Produktion gebraucht, wie die Westfalenpost berichtet.

Erfolglose Rettungsversuche

Den Grund für das Aus sieht Lambrecht demnach in Managementfehlern. Nach dem 2005 gestorbenen Heinz Kettler habe wahrscheinlich eine Unternehmerpersönlichkeit an der Spitze gefehlt, „die mit genialen und kreativen Ideen innovative Produkte zeitgemäß in den Markt brachte“.

Die Marke Kettler sei allerdings nicht von der Insolvenz betroffen, wird Lambrecht zitiert: „Es könnte in Zukunft weiter Kettler-Produkte geben. Denn die Marke und der Markt funktionieren.“ Die Rechte liegen inzwischen bei Lafayette Mittelstand Capital. Wie berichtet, hatte der Investor Ende 2018 sein Engagement zugesagt. Die zwölf Millionen Euro, die Lafayette seither in Kettler investiert hat, sind laut Lambrecht „letztlich in den Verlusten verbrannt“.

Stiftung im Streit

Die Frage der Markenrechte hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt und auch die Heinz-Kettler-Stiftung ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Zwar ist die gemeinnützige Organisation nicht direkt mit dem Unternehmen verbunden, doch ihre Zustimmung war erforderlich, um den Markennamen an Lafayette abzugeben – sonst hätte erneut ein Investor abgesagt. Wie berichtet, setzte die Stiftungsaufsicht das Kuratorium ab, nachdem dieses einen Termin mit dem Innenministerium mit einer „fadenscheinigen Begründung“ abgesagt hatte. Zuvor waren um die Stiftung auch persönliche Querelen bekanntgeworden.

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