10.04.2018 | Von Die Stiftung

Auf Facebook für Datenschutz aktiv

50 Millionen Datensätze von Nutzern sind bei Facebook über Entwickler an dritte Parteien verkauft worden. Die Baden-Württemberg-Stiftung nimmt dies zum Anlass, ihren Facebook-Kanal umzustellen: Nicht mehr News aus der Stiftung und ihren Programmen werden gepostet, sondern Aufklärung und Information zu Datenschutz, Netzsicherheit und Privatsphäre im Internet.

Baden-Württemberg Stiftung
Anstatt die Social-Media-Plattform zu boykottieren, klärt die Baden-Württemberg-Stiftung auf Facebook über Datenschutz auf. Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Ein Protest gegen Facebook kann auch direkt auf der Social-Media-Plattform stattfinden – die Baden-Württemberg-Stiftung macht dies vor. In einem Post zitiert sie ihren Geschäftsführer Christoph Dahl: „Bis Facebook seinen Verpflichtungen zur Datensicherheit nachkommt und die neuen europäischen Datenschutzrichtlinien umsetzt, wird die Stiftung auf ihre reguläre Kommunikation in Facebook sowie auf Instagram verzichten.“ Mit Fachartikeln, Interviews, Statements und Videos von Experten wie zum Beispiel Journalisten, Juristen und Netzaktivisten will die Stiftung die Bedeutung von Datenschutz und die Notwendigkeit des Schutzes der Privatsphäre im Netz herausstellen, informieren und aufklären.

Die Baden-Württemberg-Stiftung nutzte Facebook seit 2012 als Kommunikationskanal, macht darüber auf ihre Ausschreibungen aufmerksam, stellt Menschen aus den Programmen vor, teilt Videos und verbindet sich mit Projektpartnern. In dem sozialen Netzwerk folgen ihr über 5.000 Fans.

Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen verpflichtet

Dass Facebook die 50 Millionen vom Datenverkauf betroffenen Nutzer bis jetzt nicht informiert hat, veranlasste die Stiftung zum Handeln. „Wir sind im Besonderen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, für die wir viele gemeinnützige Projekte durchführen, verpflichtet“, erklärt der Geschäftsführer in einer Pressemitteilung. „Wir wollen unserer Vorbildfunktion gerecht werden und unseren Kanal daher bis auf weiteres ausschließlich wichtigen Aspekten der Datensicherheit im Netz widmen. Das ist ein klares Zeichen für mehr Datenschutz“. Die Datenschutzbeauftragte der Baden-Württemberg-Stiftung, Cristina Salerno, ergänzt: „Facebook erkennt seine Verantwortung nicht und reagiert laufend zu spät. Profile neuer Nutzerinnen und Nutzer sollten zum Beispiel standardmäßig sicher eingestellt werden.“

www.bwstiftung.de

Artikel teilen