07.02.2017 | Von Die Stiftung

Deutschland würde von höheren öffentlichen Investitionen profitieren

Mehr öffentliche Investitionen würden sich positiv auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die gestern vorgestellt wurde. Laut der Untersuchung belegt Deutschland in vielen Wirtschaftsstatistiken einen Spitzenplatz, nicht jedoch bei öffentlichen Investitionen. Zwischen 2005 und 2014 stellte der Staat im Schnitt 2,2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) unter anderem für Bau und Sanierung von Straßen, Schulen und Kitas zur Verfügung. Im OECD-Schnitt wurden dagegen im gleichen Zeitraum 3,3% investiert. Nach der Studie könnten höhere öffentliche Investitionen Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Deutschland steigern. So läge bei einem unveränderten Investitionsniveau das durchschnittliche BIP-Wachstum bis 2025 jährlich bei 1,4%. Bei einer Investitionstätigkeit gemäß des OECD-Durchschnitts von 3,3% läge das Wachstum dagegen bei 1,6% im Jahr. Damit könnte Deutschland rund 80 Mrd. EUR mehr erwirtschaften und der Kapitalstock wüchse um 420 Mrd. EUR im Vergleich zum ersten Szenario.

Laut der Stiftung ist dies auch mit der Schuldengrenze aus Artikel 115 des Grundgesetzes vereinbar. Zwar führen die höheren Investitionen zunächst zu einem niedrigeren Budgetsaldo für den Staat, langfristig wirkt sich jedoch das gesteigerte Wirtschaftswachstum positiv auf die Haushaltsbilanz aus – insbesondere wenn die höheren Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle oder Steuererhöhungen gegenfinanziert werden. Somit kommt es in allen berechneten Szenarien zu einem zügigen Abbau des heutigen Schuldenstands von knapp 70 auf unter 50% des BIP im Jahr 2025.

Die vollständige Studie steht hier zum Download zur Verfügung.

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