06.05.2015 | Von Die Stiftung

Deutscher StiftungsTag: Eröffnungsveranstaltung

Getreu dem diesjährigen Motto auf dem Deutschen StiftungsTag stellte Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, die Rolle der 20.784 deutschen sowie der europäischen Stiftungen und ihrer Zivilgesellschaft dar.

Stiftungen als Eckpfeiler der Zivilgesellschaft, als Hüter des Gemeinwohls und der Freiheit. Die europäische Zivilgesellschaft als wichtiger Akteur im Prozess der europäischen Einigung, „auf dem Weg nach Europa“. Ganz getreu des diesjährigen Mottos der Veranstaltung stellte Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, bei der Eröffnungsrede des Deutschen StiftungsTages die Rolle der 20.784 deutschen sowie der europäischen Stiftungen und ihrer Zivilgesellschaft dar.

Letztere sei vor allem in Zeiten des religiösen Fundamentalismus für den „Kontinent der Aufklärung“ von herausragender Bedeutung, welcher gemeinsame Grundlagen wie Rechtsstaat, Demokratie und unveräußerliche Menschenrechte benötige. Und was trägt die Stiftungsarbeit zu einem funktionierenden „Staatenverbund“ Europa bei? Grenzüberschreitende Stipendienprogramme, Förderung des grenzüberschreitenden Austausches zwischen Bürgern, Plattformen für die Debatte europäischer Themen und Bemühungen um eine europäische Bildung, eine europäische Wissenschaft und die Bewältigung europaweiter Wanderbewegungen. Neuere Themen, denen sich immer mehr Stiftungen annehmen, seien Flüchtlingsarbeit sowie die Digitalisierung. Auch das Leitthema für den kommenden Stiftungstag in Leipzig wurde verraten: das demografische Dilemma in Deutschland.

Eine Schweigeminute zum Gedenken an den Verstorbenen Klaus Tschira, Träger des Deutschen Stifterpreises 1999, sowie einige Worte zu seinem Leben stellte eindeutig den nostalgischsten Teil der Eröffnungsveranstaltung dar. Insgesamt war die Rede des Vorstandsvorsitzenden beschwingt von Optimismus über den beständig wachsenden Einfluss des deutschen Stiftungssektors. „Wir Stiftungen mischen uns ein“, verkündete er stolz.

Nicht minder zufrieden klang der Oberbürgermeister der Gastgeberstadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup. Und zwar darüber im Jubiläumsjahr seiner Stadt den deutschen StiftungsTag bei sich willkommen heißen zu dürfen. Laut Mentrup passe das im Dreiländereck gelegene Karlsruhe aufgrund seiner Offenheit für eine Vielfalt der Menschen, dem gebotenen Freiraum für neue Kompetenzen und Ideen und seiner Internationalität besonders gut zu Stiftungen, deren Arbeit er in hohen Tönen lobte.

Abgerundet wurde das Programm durch eine Rede von Dr. Agnieszka von Zanthier (Geschäftsführerin der Freya von Moltke-Stiftung) zur Aktualität von Moltkes Vision eines zivilgesellschaftlich geprägten Europas, durch den European foundation sector talk zu den Stiftungslandschaften der Schweiz, Spaniens und Finnland, einem filmischen Gruß der 10 die Veranstaltung fördernden Stiftungen, einem musikalischen Rahmenprogramm mit europäischem Flair, sowie dem Schlusswort von Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

All das machte den rund 1.600 Besuchern Lust auf die intensive Auseinandersetzung mit allen wichtigen Stiftungsfragen in drei Tagen. Manch einer sei wohl zu Fuß von Stuttgart nach Karlsruhe gepilgert um sich den größten Stiftungskongress Europas trotz Bahnstreik nicht entgehen zu lassen, so Göring mit Augenzwinkern.

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