31.03.2017 | Von Die Stiftung

Fast die Hälfte der Muslime ist in der Flüchtlingshilfe engagiert

Muslime in Deutschland engagieren sich stärker in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe als Angehörige anderer Religionen und konfessionslose Menschen. Dies zeigt die Auftaktstudie des Religionsmonitors 2017 der Bertelsmann Stiftung. 44% der befragten Muslime haben sich im vergangenen Jahr für Flüchtlinge engagiert. Unter den Christen waren es dagegen nur 21 und bei den Konfessionslosen 17%. Daneben widerlegt der Religionsmonitor auch die Annahme, Muslime versuchten, die Flüchtlingshilfe für eine religiöse Einflussnahme zu missbrauchen und Flüchtlinge zu radikalisieren. Laut der Untersuchung trifft dies höchstens auf 1 bis 2% der Helfer zu.

Darüber hinaus zeigte der Religionsmonitor, dass Menschen dann besonders hilfsbereit sind, wenn sie in der Nähe eines Flüchtlingsheims wohnen. In Westdeutschland engagieren sich in diesen Fällen 28% der Befragten, in Ostdeutschland 17%. Ist die Einrichtung weiter weg, leisten in Westdeutschland noch 14% einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe, in Ostdeutschland tun dies 12%.

„Damit diese Potenziale noch effektiver und dauerhaft genutzt werden können, sollten sie besser in bestehende ehrenamtliche Strukturen eingebettet werden; insbesondere engagierte Muslime gilt es besser zu unterstützen“, betont Yasemin El-Menouar, Projektleiterin Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung.

Der Religionsmonitor untersucht anhand repräsentativer Bevölkerungsumfragen, welche Rolle Religion und religiöse Vielfalt in der europäischen Gesellschaft spielen. Hieran haben sich über 10.000 Menschen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und der Türkei beteiligt.

www.religionsmonitor.de

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