03.07.2020 | Von Die Stiftung

Hamburger Stiftungsbündnis für Kinder

Ersten Studien zufolge haben besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche unter „Social Distancing“-Maßnahmen gelitten oder tun es immer noch. Ein Bündnis Hamburger Bürgerstiftungen ruft deshalb den Gemeinschaftsfonds „Hamburger Spielräume“ ins Leben, um Kreativ- und Bildungsangebote zu fördern.

Kinder
Der Gemeinschaftsfonds „Hamburger Spielräume“ soll Freizeitangebote für Kinder fördern. Foto: Hartwig Kwella

Kinder waren während der „Social Distancing“-Maßnahmen stark von einem veränderten Lebensablauf betroffen. In den Medien und der Politik liege der Fokus vor allem darauf, wie Lernrückstände ausgeglichen und die Folgen einer sich weiter öffnenden Bildungsschere abgemildert werden könnten, meint ein Bündnis aus Hamburger Stiftungen unter Federführung der Bürgerstiftung Hamburg.

Blicke man dagegen aus Sicht der Kinder auf die Pandemie, seien vor allem fehlende Kontakte zu Gleichaltrigen problematisch. „Die sozialen Medien ersetzen nicht die persönliche Begegnung, ein Gefühl der Vereinsamung kann zu wachsender psychischer Belastung führen. Viele fühlen sich reduziert auf die Rolle als Schüler bzw. Lernende, die zu funktionieren haben“, so das Bündnis. Je nach individuellen Rahmenbedingungen, zum Beispiel in sozial benachteiligten Familien, fehlen demnach inzwischen auch Anregungen und positive Erlebnisse, Langeweile entsteht. Sehr „anregungsarme Wochen“ stünden den Kindern mit den Sommerferien jetzt bevor – aufgrund von weiterhin fehlenden Freizeitmöglichkeiten und weniger Urlaubsreisen durch steigende Arbeitslosigkeit.

Hamburger Stiftungsbündnis: Was gefördert werden soll

Vom Bündnis gefördert werden sollen Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg, um während der Ferien, an Nachmittagen oder Wochenenden, „verstärkt Angebote in den Bereichen Freizeit, Bildung, Bewegung oder kreatives Spiel“ machen zu können.

Dazu zählen Bewegungs-, Kultur- und Kreativangebote, Ausflüge, Museumsbesuche, Gärtnern, Angebote der politischen Bildung sowohl für Gruppen als auch für Familien, aber auch Frühstücks- und Mittagstische. Für alle geförderten Angebote gilt, dass sie die aktuell geltenden Hygienestandards erfüllen müssen. Ein Fokus liegt auf Aktivitäten in der Natur – Angebote zur Kompensation von schulischen Defiziten müssen mit non-formalen Lernangeboten verbunden sein, digitale Angebote mit persönlichen Treffen in Verbindung stehen. Einen besonderen Schwerpunkt möchte das Bündnis auf kleinere Organisationen legen.

Zu den beteiligten Stiftungen

An der Gründung des Fonds „Hamburger Spielräume“ sind die Bürgerstiftung Hamburg, die Ehlerding-Stiftung, die Homann-Stiftung, die Kurt-und-Maria-Dohle-Stiftung, die Klaus-und-Lore-Rating-Stiftung sowie die Rudolf-Augstein-Stiftung und eine Hamburger Familienstiftung beteiligt.

Zunächst ist der Fonds mit 100.000 Euro ausgestattet, die für Honorar- und Sachmittel für außerschulische Angebote insbesondere für benachteiligte Zielgruppen beantragt werden können. Weitere Stiftungen werden dazu aufgerufen, sich am Fonds zu beteiligen.

Koordiniert werden Informationen und Förderanfragen durch die Bürgerstiftung Hamburg.

Informationen für Antragsteller

Der Zugang zu den Mitteln des Fonds ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Die maximale Antragshöhe beträgt 2.500 Euro. In Ausnahmefällen können nach vorheriger Rücksprache Beträge bis zu 5.000 Euro beantragt werden, zudem sind mehrfache Anträge derselben Organisation möglich. Förderbar sind Honorare, Fahrtkosten und Sachkosten für notwendiges Material. Auf Basis einer schriftlichen Anfrage wird innerhalb von zehn Tagen über alle Förderanfragen entschieden.

Das Antragsformular lässt sich hier aufrufen.

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